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Neues großangelegtes Forschungsprojekt zu Beethoven

Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder beschließt Förderung

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Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder beschließt Förderung eines auf 16 Jahre angelegten Forschungsprojekts im Beethoven-Haus und am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn. Erforscht wird Beethovens kompositorische Arbeitsweise.

Neues großangelegtes Forschungsprojekt zu Beethoven

Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder beschließt Förderung eines auf 16 Jahre angelegten Forschungsprojekts im Beethoven-Haus und am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn. Erforscht wird Beethovens kompositorische Arbeitsweise.

Bonn, 16. Dezember 2013 – Im Beethoven-Archiv, der zentralen Dokumentations- und Wissenschaftsabteilung des Beethoven-Hauses in Bonn, beginnt im nächsten Jahr ein großangelegtes Forschungsvorhaben zur kompositorischen Arbeitsweise Beethovens. Es ist ein gemeinsames Projekt mit dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Paderborn und der Hochschule für Musik Detmold.

Das auf 16 Jahre angelegte Beethoven-Projekt ist Teil eines der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland, das am 22. November 2013 von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) des Bundes und der Länder beschlossen wurde. Es handelt sich dabei um das Akademienprogramm 2014 der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften (Mainz) mit einem Gesamtvolumen von rund 60 Millionen Euro. Das Programm dient der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes.

Das Beethoven-Projekt mit dem Titel "Beethovens Werkstatt: Genetische Textkritik und Digitale Edition" ist an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz angesiedelt und wird von ihr koordiniert. Leiter des Langzeitvorhabens sind Bernhard R. Appel, Leiter des Beethoven-Archivs und Verlags, sowie Joachim Veit, Editionsleiter der Carl-Maria-von Weber-Gesamtausgabe am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn. Jeweils zwei neue Mitarbeiterstellen und zwei Qualifizierungsstellen sind für Bonn und Detmold vorgesehen und werden jährlich mit 382.000 Euro, also mit mehr als 6,1 Millionen Euro insgesamt, gefördert. "Für das Beethoven-Haus ist der Zuschlag dieses zukunftsweisenden Projektes in das Akademieprogramm inhaltlich und finanziell von herausragender Bedeutung", erklärt Malte Boecker, Direktor des Beethoven Hauses. "Das Forschungsprofil des Beethoven-Hauses wird damit nachhaltig ausgebaut."

"Beethovens Werkstatt" versteht sich als ein Projekt der musikwissenschaftlichen Grundlagenforschung. Die hier zu erarbeitenden Methoden und editorischen Präsentationswege sollen später auch auf die Überlieferungen anderer Komponisten übertragbar sein. Die zu erwartenden Ergebnisse sind für die Beurteilung der gesamten, sich wesentlich auf Beethoven berufenden Kompositionsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts von Bedeutung.

Der Bonner Projektleiter Bernhard R. Appel sieht in der Förderung des Vorhabens eine hohe Anerkennung der bisherigen Forschungsarbeit des seit 1927 bestehenden Beethoven-Archivs und zugleich eine große, zukunftslenkende Chance für das Beethoven-Haus: "Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Skizzenforschung zu Beethoven richtungsweisend. Das heute im Beethoven-Archiv verfügbare Expertenwissen, das u.a. durch die Arbeit an der historisch-kritischen Ausgabe und durch Skizzenbuch-Editionen gewachsen ist, bietet beste Startvoraussetzungen. Das Langzeitprojekt verspricht, innerhalb dieser Tradition nicht nur die Beethoven-Philologie, sondern die Musikphilologie insgesamt in neue, vielleicht sogar umwälzende Bahnen zu lenken. Darüber hinaus kann es einen wesentlichen fachübergreifenden Beitrag zur Kreativitätsforschung und zur Kognitionswissenschaft leisten."

Beethovens kompositorische Arbeitsweise ist in mehreren tausend Manuskriptseiten - Skizzen, Entwürfe, Arbeitsmanuskripte etc. - dokumentiert. Dieser außergewöhnlich reiche Quellenbestand befindet sich zu einem erheblichen Teil im Besitz des Beethoven-Hauses Bonn. Er bietet ideale Voraussetzungen für einen neuen, zweigleisigen Forschungsansatz: Die genetische Textkritik ist bestrebt, aus handschriftlichen Werkstattdokumenten Beethovens Schreibprozesse zu rekonstruieren und dabei sein kompositorisches Denken zu analysieren. Sie bemüht sich, Handwerksroutinen zu beschreiben und die damit verbundene Textbewegung vom ersten Einfall bis zum Werk aufzuzeigen.

Erstmals wird nun für diesen Bereich durchgängig eine digitale Editionsform eingesetzt. Das Forschungsprojekt sieht u.a. neben einer digitalen Skizzenbuch-Ausgabe eine Modelledition von Beethovens Diabelli-Variationen vor, in der verschiedene textkritische Konzepte vergleichend zusammengeführt werden. Solche Editionen können nicht mehr im konventionellen Buchdruck dargestellt werden.

Die digitale Editionsform erlaubt es einerseits, die kompositorischen Arbeitsprozesse dynamisiert (d.h. zeitlichen Abläufen folgend) darzustellen und textgenetische Ergebnisse durch die Verbindung von faksimilierten Quellen und maschinell verarbeitbaren Codierungen der Notentexte transparent zu machen. Dem Nutzer eröffnet dieses computergestützte Verfahren nahezu beliebig viele Erschließungszugänge zu dem aufbereiteten Material. Die darstellungstechnischen Möglichkeiten digitaler Editionen beeinflussen andererseits auch die Methodik der genetischen Textkritik. Die Ergebnisse, die aus dieser gewonnen werden, fordern wiederum dazu heraus, digitale Verfahren zu entwickeln, die eine adäquate Präsentation ermöglichen.

Bereits jetzt sei vorauszusehen, so der für die Sektion Detmold/Paderborn zuständige Projektleiter Joachim Veit, "dass mit den neu zu schaffenden Möglichkeiten der Visualisierung von Textbewegungen und Denkprozessen die Erkenntnisse wissenschaftlicher Forschung in – im wahren Sinne des Wortes – "anschaulichere" Editionsformen überführt werden können." Diese könnten damit von einer sehr viel breiteren Öffentlichkeit rezipiert und nachvollzogen werden, als die heutigen, oft hermetisch wirkenden Printeditionen.

Die in Mainz ansässige Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von acht Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Mehr als 1900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören, sind unter dem Dach der Union vereint. Die Union koordiniert das Akademienprogramm, das derzeit größte geisteswissenschaftliche Forschungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland. Sie kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen.

Der 1889 gegründete Verein Beethoven-Haus Bonn gilt als das international führende Beethoven-Zentrum. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Beethovens Leben, Werk und Wirken lebendig zu halten. Zu der kulturellen Einrichtung gehört die weltweit bedeutendste Beethoven-Sammlung, das Museum in Beethovens Geburtshaus mit über 100.000 Besuchern pro Jahr, eine musikwissenschaftliche Forschungsabteilung nebst Bibliothek und Verlag sowie der Kammermusiksaal Hermann J. Abs. Getragen von rund 900 Mitgliedern aus über 20 Ländern, unterstützt von Bund, Land NRW, Landschaftsverband Rheinland und Stadt Bonn, erfüllt das Beethoven-Haus einen kulturellen Auftrag von nationaler und internationaler Bedeutung. In der Forschungsstelle Beethoven-Archiv wird die Neue historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Beethovens erarbeitet.

Das Musikwissenschaftliche Seminar Detmold/Paderborn ist eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule für Musik Detmold und der Universität Paderborn. Es versteht sich als Schnittstelle zwischen künstlerischer Praxis und Musikwissenschaft. Die hier beheimatete Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe und das digitale Projekt Edirom haben durch die Anbindung an die Universität Paderborn in den vergangenen Jahren wesentliche Impulse für die Entwicklung digitaler Editionsmethoden gegeben und in Kooperation mit der University of Virginia auch zur Ausbildung eines neuen Musikcodierungsstandards (MEI) beigetragen. Die Beteiligung an fachübergreifenden Verbundprojekten wie TextGrid und DARIAH-DE oder das BMBF-Projekt Freischütz Digital sind Zeichen dieser verstärkten Schwerpunktbildung, für die „Beethovens Werkstatt" aufgrund der komplexen Aufgabenstellungen eine willkommene Herausforderung darstellt.

Daten und Fakten zum Forschungsprojekt "Beethovens Werkstatt"

Projekt-Titel: Beethovens Werkstatt: Genetische Textkritik und Digitale Edition

Teilprojekt des Akademieprogramms 2014 der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften; angesiedelt an und betreut von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz

Leitung:Prof. Dr. Bernhard R. Appel, Leiter der Forschungsstelle Beethoven-Archiv und des Verlags Beethoven-Haus am Beethoven-Haus Bonn

Prof. Dr. Joachim Veit, Editionsleiter der Carl-Maria-von Weber-Gesamtausgabe am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn

Beginn: Anfang 2014

Fördervolumen:382.000 Euro pro Jahr, d.h. mehr als 6,1 Millionen insgesamt; gefördert werden insgesamt vier neue Wissenschaftlerstellen und zwei Qualifizierungsstellen, je zur Hälfte für Bonn und für Detmold.

Laufzeit: 16 Jahre


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100. Jahrestag der asiatischen Erstaufführung von Beethovens "Neunter" in Naruto

Kultur in Zeiten des Krieges. Die Stadt Naruto feiert sich als selbst ernannte "Heimat der Neunten"

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Beitrag 1 des #BTHVN2020 Count Down Blogs vom 12.6.2018


Der Kinderchor, der mit Beethoven den Weltfrieden besingt, ist eine der großen Fallen, die das Beethoven Jubiläum 2020 bereithält. So verkommt die musikalische Wahnsinnstat des ertaubten Beethoven zum Routine-Event und zur Symbolpolitik. Umso beeindruckender stellten sich die Feierlichkeiten in Naruto dar, die am vergangenen Wochenende anlässlich des 100. Jahrestages der asiatischen Erstaufführung der "Neunten" stattfanden.

Dahinter verbirgt sich eine unglaubliche Geschichte aus der Frühphase des ersten Weltkriegs, als Japan an der Seite der Alliierten in Tsingtao mehrere Tausend deutsche Gefangene nahm. Um die 1000 von ihnen wurden ab 1917 in Bando untergebracht. Der Lagerleiter Oberst Toyohisa Matsue ermöglichte den Kriegsgefangenen ein vergleichsweise freizügiges Leben. Unter seiner Leitung durften sie Handwerksberufe ausüben und Handel treiben. So verwendet eine Bäckerei in Naruto noch immer Rezepte, die ihr einer der Kriegsgefangenen überlassen hatte. Geradezu unglaublich jedoch war das kulturelle Leben im Lager. In den rund 32 Monaten der Kriegsgefangenschaft lassen sich über 21 Theateraufführungen nachweisen, sowie über 100 Liederabende, Kammermusiken, Unterhaltungsabende oder Konzerte in sogenannter "Wiener Besetzung". Am 1. Juni 1918 gipfelte dies in einer Aufführung der 9. Sinfonie. Unter einfachsten Bedingungen sowie unter der Leitung des Oberoboisten-Maats des Marineartillerie-Orchesters, Hermann Hansen, musizierten in einer Baracke 45 Gefangene und sang neben vier männlichen Solisten ein 80 Mann starker Männerchor.

Die symbolische Bedeutung dieser im Rückblick ersten Aufführung der "Neunten" in Asien ist nicht zu unterschätzen. Sie drückt den Selbstbehauptungswillen der Internierten ebenso aus, wie den "Geist der Toleranz, der Menschenliebe und des Wohlwollens", den die Gefangenen bei ihrem Abschied dem Lagerleiter bescheinigten. Sie markiert aber auch die Stunde Null der sogenannten Daiku - Tradition in Japan. "Daiku" heisst "Die Neunte" und traditionell bereiten sich jedes Jahr tausende Japaner auf eine Laien-Aufführung der Sinfonie vor. Bekannt geworden ist die arte Filmproduktion einer Massenveranstaltung unter Yutaka Sado mit 10.000 Laiensängern in Osaka 2011, dem Schicksalsjahr mit der dreifachen Katastrophe von Fukushima. Inwieweit die spektakulären Daiku Konzerte direkt oder mittelbar auf die Erstaufführung in Naruto zurückgehen, ist ungewiss. Fürst Yorisada Tokugawa, der einige Konzertaufführungen in Bando erlebt hatte, könnte zum entscheidenden Multiplikator für die europäische Musik in Japan geworden sein. Wie auch immer ist Naruto im Krieg gegen Deutschland zur Heimat der "Neunten" geworden. Der 1. Juni wird als "Tag der Neunten" in Erinnerung gehalten und der erste Sonntag im Juni ist seit 1982 auch traditionell der Tag der Aufführung eines großen Laien-Konzertes.

Vor diesem Hintergrund hatte Naruto am zurückliegenden Wochenende zu einem wahren Veranstaltungsmarathon eingeladen. Im Zentrum stand die Rekonstruktion der historischen Erstaufführung, gefolgt von der 37. Daiku Aufführung mit 1200 Teilnehmern. Unter der Leitung von Nobuhara Takeharu musizierte direkt vor dem Deutschen Haus in unmittelbarer Lagernäge ein japanisches Profi - Orchester sowie ein aus dem Verein zum Singen der "Neunten" Naruto zusammengesetzter reiner Männerchor. In der Sopran- und Alt- Stimme traten Koroyasu Toshihide und Tokimune Tsutomu als Solisten an. Die Aufführung unter freiem Himmel war in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Sie war von einer musikalisch perfekten und historisch informierten Aufführung weit entfernt. Die Klangfarbe der Männerstimmen und des reduzierten Orchesters ließen aber umso eindrücklicher die Herausforderungen erahnen, vor denen Dirigent und die Lagermusiker 1918 standen. Umso eindrucksvoller die Wirkung des Finalsatzes, die sich auf mehrere tausend Besucher übertrug und zu großen Beifallsstürmen führte. Am Ende zählt nicht die Routine des professionellen Konzertbetriebs, sondern die gesellschaftliche Grenzsituation, die der Aufführung der "Neunten" Bedeutung verleiht.

Zum Jahrestag hatten sich Vertreter von 49 Familien ehemaliger Gefangener nach Naruto begeben. Zum Ausklang der Feiern sangen sie Seite an Seite mit den Nachfahren von Toyohisa Matsu und dem Lagerpersonal in einer 1200 Mann starken Daiku Aufführung mit Vertretern aus China, Japan, USA und Deutschland. Der amtierende Oberbürgermeister Michihiko Izumi sprach insoweit vom "Wunder" von Bando. Alle Beteiligten seien geeint von der Idee, dass trotz des Krieges in Bando Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit aufrecht erhalten wurden. Diese Brücke trage bis heute. Alt Bundespräsident Wulff, der schon als niedersächsischer Ministerpräsident die Beziehungen zum Deutschen Haus in Naruto intensiv unterstützt hatte, sprach davon, dass ihn die Geschichte von Bando nie losgelassen habe und dass ihre menschliche Botschaft immer aktueller werde.

Die Hansestadt Lüneburg, das Land Niedersachen, die Stadt Naruto und die Präfektur Tokushima sind entschlossen, die Aufnahme aller Dokumente und Materialien im Zusammenhang mit dem Kriegsgefangenenlager Bando, darunter das Programmheft der Erstaufführung, in das UNESCO Weltdokumentenerbe zu beantragen. Viele der Originaldokumente, darunter der Programmzettel der historischen Aufführung, werden in der Sammlung des Beethoven-Hauses Bonn aufbewahrt. Was wäre die Anerkennung des Weltdokumentenerbes für ein phantastischer Beitrag zu #BTHVN2020!

Siehe auch die Internetausstellung über das kulturelle Leben im Lager Bando.

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Eine Beethoven-Woche voller Veränderungen

Das Kammermusikfest des Beethoven-Hauses kreist in diesem Jahr um Beethovens Diabelli-Variationen. Alle zehn Konzerte vom 24. Januar bis 3. Februar durchziehen Variationen-Werke.

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Musikfreunde erwartet ein beziehungsreiches Festival-Programm mit herausragenden Künstlern. Drei Konzerte sind bereits ausverkauft.

1819, vor genau 200 Jahren, begann Ludwig van Beethoven mit der Komposition der 33 Veränderungen in C-Dur über einen von Anton Diabelli vorgegebenen schlichten Walzer. Als die Komposition entstand, war Beethoven bereits nahezu völlig ertaubt und mit wachsenden gesundheitlichen Problemen belastet, stand aber dennoch im Zenit seiner schöpferischen Kraft. Obwohl nur um eine Variation als Beitrag zu einem Sammelwerk gebeten wurde, schuf Beethoven mit einer kaum nachvollziehbaren Obsession nicht nur seinen umfangreichsten Variationszyklus und sein letztes großes Klavierwerk, sondern einen Mikrokosmos, der alle Schaffensphasen des Komponisten wie in einer Rückblende durchläuft. Das Beethoven-Haus Bonn konnte vor 10 Jahren Beethovens Werkstatt-Manuskript erwerben. 2017 wurde schließlich das bislang unbekannte Deckblatt zu dem Manuskript der Sammlung zugeführt. "All dies waren für uns gute Gründe, dieses einzigartige Werk und die Frage nach dem Wesen von Veränderung in der Musik als roten Faden durch unser Kammermusikfest zu ziehen", so die künstlerische Leiterin Tabea Zimmermann. Die international hoch angesehene Bratschistin steht dem Verein Beethoven-Haus auch als Präsidentin vor.

Eingerahmt von zwei Aufführungen des Schlüsselwerks, zunächst auf einem modernen Instrument, gespielt von Olli Mustonen (25.1.), abschließend auf einem historischen Fortepiano, interpretiert von Andreas Staier, spüren alle zwölf Veranstaltungen des Kammermusikfestes dem Prinzip der Variation nach. In 10 Konzerten stehen immer wieder Kammermusikwerke Beethovens im Zentrum, aber auch gewichtige Variationen-Werke anderer Komponisten - vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wie beispielsweise das legendäre Klaviertrio op. 50 von Tschaikowsky (28.1.). Begleitend zum Festival diskutieren die Bonner Musikwissenschaftler Tobias Janz und Wolfram Steinbeck das Werk im Zentrum (24.1.) und präsentiert Eleonore Büning ihr neues, bereits viel diskutiertes Buch „Sprechen wir über Beethoven“ erstmals in Bonn (30.1.). Der Eintritt zu beiden Wortveranstaltungen ist frei.

Erstmals sind Benjamin Grosvenor und das Salagon Quartett in der Beethoven-Woche zu Gast. Ihre Festival-Debüts geben auch das Sitkovetsky Trio (28.1.) und das vielfach ausgezeichnete Vokalensembles Vox Luminis (in der Doppelkirche Schwarzrheindorf am 26.1.). Für dieses Konzert ist aufgrund der großen Nachfrage noch einmal ein Sonderkontingent freigeschaltet worden.

Drei Konzerte sind bereits ausverkauft (27.1., 31.1. und 3.2.). Für alle anderen Konzerte gibt es derzeit noch Karten an den bekannten Vorverkaufsstellen, im Shop des Beethoven-Hauses und online unter www.bonnticket.de. Telefonisch können die Karten unter der Hotline 0228 50 20 10 bestellt werden.

Der ausführliche Festivalflyer steht unter beethoven.de/woche zum Download zur Verfügung.

Das Kammermusikfest "BTHVN WOCHE" wird vom Beethoven-Haus Bonn unter der künstlerischen Verantwortung seiner Präsidentin veranstaltet, der Bratschistin, Lehrerin und Kammermusikerin Tabea Zimmermann. Das Festival stellt jedes Jahr ein Schlüsselwerk Beethovens ins Zentrum.

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Beethoven-Woche 2019

Sieben von zehn Konzerten bereits ausverkauft

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Am Donnerstag beginnt das Kammermusikfest des Beethoven-Hauses, das sich bis zum 3. Februar dem Thema Variationen widmet. Inspiriert wurde das Festivalprogramm diesmal von Beethovens Diabelli-Variationen. Sieben der zehn Konzerte, die die künstlerische Leiterin Tabea Zimmermann mit ihrem Team für das Festival zusammengestellt hat, sind inzwischen bereits ausverkauft.

Karten gibt es derzeit noch für die Konzerte am 28.1. mit dem Sitkovetsky Trio, am 1.2. mit dem Meta4 Quartett und für den Duo-Abend 2.2. mit Veronika Eberle, Violine, und Christian Ihle-Hadland, Klavier. Für alle anderen Konzerte gibt es evtl. noch Restkarten an der Abendkasse.

Für die Podiumsveranstaltung am 24.1. und die Lesung mit Eleonore Büning am 30. Januar ist der Eintritt frei.

Das Programm der Beethoven-Woche ist unter www.beethoven.de/woche abrufbar.


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