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Klangskulptur am Beethoven-Haus

"Harmonic Time Travel" des Stadtklangkünstlers Bill Fontana

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"Harmonic Time Travel", die neue Klangskulptur des Bonner Stadtklangkünstlers 2019 Bill Fontana vor dem Beethoven-Haus in der Bonngasse, basiert auf speziellen Klangaufnahmen im und vor dem Geburtshaus Ludwig van Beethovens.

"Die Klangskulptur "Harmonic Time Travel" wird eine art akustischer Dunst, ein Traum sein. Sie wird den Raum nicht voll ausfüllen, die Fußgängerzone nicht beherrschen, sondern eine schwebende Klangwolke mit dem Charakter eines Geistes sein. Die Entwicklung einer Klangskulptur für die Straße, in der Beethoven aufwuchs, veranlasste mich, über das akustische Gedächtnis nachzudenken. Ein von Beethoven gespieltes Klavier, das zum Hörgerät für seine eigene frühe Klaviermusik und die gegenwärtige Bonner Soundscape wird, erinnert an eine Zeitreise." (Bill Fontana)

Für die Klangskulptur "Harmonic Time Travel" wurden im Beethoven-Haus spezielle Tonaufnahmen mit Vibrationssensoren gemacht, die an den Saiten eines historischen und einst von Beethoven selbst gespielten Fügels angebracht waren, während der Pianist Dmitri Gladkov auf einem danebenstehenden Flügel frühe Klaviermusik des Komponisten spielte. Die resonierenden Harmonien in den stillen, aber von der Musik Beethovens in Schwingung versetzten Saiten bilden die klangliche Basis der Klangskulptur. Das historische Klavier wird zum Hörinstrument, dessen Klänge nun wiederum durch Tonaufnahmen der gegenwärtigen Bonner Klanglandschaft vor und hinter dem Beethoven-Haus ergänzt werden, die ebenfalls auf dem selben Klavier aufgenommen wurden. Diese zweite klangliche Ebene fungiert als Brücke zwischen den verschiedenen Klavierpassagen und erweitert die historische Zeitreise mit Klängen aus der Gegenwart. Über in der Bonngasse installierte kleine Speziallautsprecher werden die im Studio aufwendig zusammengestellten Aufnahmen als eine Acht-Kanal-Komposition wiedergegeben. Diese Komposition ist in einer Weise arrangiert, dass die Besucher einen ortsspezifischen Klangraum durchwandern und sich dabei auf eine traumartige harmonische Zeitreise begeben.

Mehr Informationen: www.bonnhoeren.de

22.6. – 12.12.2019
Täglich 14:00 Uhr – 18:00 Uhr




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Komponieren nach Beethoven

Beethoven-Haus Bonn stellt Übersicht über Kompositionen seit 1870 online, in denen Beethoven eine maßgebliche Rolle spielt

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Ludwig van Beethoven zählt weltweit zu den bekanntesten Komponisten, seine Werke sind im kollektiven Bewusstsein international präsent und stehen bis heute an der Spitze der Konzertprogramme. Leicht wird darüber vergessen, welch große Bedeutung auch die kreative Beethoven-Rezeption spielt: Keine Komponistin und kein Komponist kann ohne die Kenntnis von Beethovens Musik arbeiten; der "große Vorgänger" wirkt bis heute als vielfältige Inspirationsquelle.

Im Forschungszentrum Beethoven-Archiv werden nun Kompositionen aus der Zeit von Beethovens 100. Geburtstag 1870 bis heute zusammengetragen, bei denen Beethoven eine maßgebliche Rolle spielt. Die Übersicht soll Veranstaltern und Musikern auch mit Blick auf das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 Anregungen zur Programmkonzeption geben. Eine erste Version wurde jetzt vom Beethoven-Haus auf seiner Homepage online zugänglich gemacht und ist unter www.beethoven.de/aktuelles abrufbar. Ab 2020 ist außerdem eine wissenschaftliche Auswertung geplant.

Die Liste umfasst bereits mehr als 500 Titel, alphabetisch nach Autorennamen sortiert. Sie reicht von John Adams bis Friedrich Zipp. Schon ein erster Blick garantiert auch für Musikkenner so manche Neuentdeckung, sei es die Fantasie d-Moll über zwei Themen aus der 9. Symphonie von Beethoven, op. 233 für Orgel von Wilhelm Volckmar (1870), der Galop(p) für ein Pferde-Karussel des Erzherzogs Rudolf für Schauspieler, Sprecher, Cembalo, 2 Oboen und 4 Fagotte von Jürg Wyttenbach (2008) oder das Klavierstück Alle Schlüsse von Ernst Bechert (2018).

Das Verzeichnis wird im Beethoven-Haus weiter erstellt, soll jedoch bereits jetzt als "Work in Progress" dazu anregen, ergänzende Informationen einzureichen und/oder weitere Kompositionen zu nennen. Mitteilungen werden erbeten per Mail an Dr. Beate Angelika Kraus: kraus@beethoven.de


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