Ludwig van Beethoven, Skizzenbuch "Wittgenstein" zu den Diabelli-Variationen op. 120 und der Messe op. 123 sowie zum russischen Lied op. 107, Nr. 3, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB BSk 1/49
digitalesarchiv@beethoven.de
Wissenswert
Ein Skizzenbuch, das durch berühmte Hände ging
Die Überlieferungsgeschichte dieses Skizzenbuchs - des sogenannten Wittgenstein-Skizzenbuches - mit Entwürfen zu den Diabelli-Variationen und zur Missa solemnis lässt sich bis zur Versteigerung von Beethovens Nachlaß am 5. November 1827 zurückverfolgen. Damals ersteigerte es der Verleger C.A. Spina als Nr. 63 "Messe-Skizzen" und verkaufte es nur einen Monat später an den Autographensammler Aloys Fuchs weiter. Unter den Besitzern befanden sich klangvolle Namen wie Felix Mendelssohn Bartholdy und Ignaz Moscheles, die beide zu ihren Lebzeiten nicht nur gefeierte Virtuosen und Komponisten, sondern auch leidenschaftliche Autographensammler waren. Gerade Mendelssohn besaß etliche Beethoven-Autographe und erwarb häufiger Handschriften von Aloys Fuchs in Wien. Seinen heute geläufigen Namen erhielt dieses Skizzenbuch von Familie Wittgenstein in Wien, die es Anfang des 20. Jahrhunderts besaß. Namensgebungen dieser Art entbehren häufig der Logik - warum heute ausgerechnet der Name Wittgenstein mit dem Buch assoziiert wird, vermag niemand zu sagen. (J.R.)