Ludwig van Beethoven, Billet an Tobias Haslinger, Wien, nach dem 9. und vor dem 23. Januar 1817, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Br 139
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Zusammenfassung
Beethoven schreibt dem Verlagsassistenten Haslinger wegen einiger Fehler in der Sonate op. 101. So möchte er beispielsweise im letzten Satz den Ton "Contra E" in der linken Hand noch extra mit Worten bezeichnet haben. Die Note hatte viele Hilfslinien und war überhaupt nur auf modernen Klavieren spielbar. Die Bezeichnung sollte die Lesbarkeit des Tons erhöhen.
Zur Benennung des Instruments, für das die Sonate geschrieben ist, will Beethoven noch "einen Geleerten wollte ich sagen einen gelehrten heute darüber beFragen". Er erwägt die Begriffe Tastenflügel, Hammerflügel oder Federflügelklavier.
Op. 101 sollte eine Reihe anspruchsvoller Klaviermusik eröffnen, das "Museum für Klaviermusik". Beethoven bestand darauf, alle Begriffe im Titel deutsch zu schreiben, weshalb er lange nach einer adäquaten Übersetzung des "Pianoforte" suchte. Als Sachverständigen zog er sogar den Philologen Wilhelm Hebenstreit zu Rate. Das Ergebnis der Suche ist vor allem in Verbindung mit einer späteren Klaviersonate (op. 106) berühmt geworden: Beethoven entschied sich für Hammerklavier. (J.R.)