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Digitales Archiv

Ludwig van Beethoven, Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello (a-Moll) op. 132, Stimmen, Überprüfte Abschrift

Beethoven-Haus Bonn, BH 91

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Wissenswert

Streichquartette für einen Fan

Eine von Beethoven überprüfte Abschrift der Stimmen zu op. 132, einem der drei Streichquartette, die Beethoven dem Fürsten Galitzin widmete. Der russische Fürst Nikolaus Borissowitsch Galitzin war ein großer Bewunderer Beethovens, sozusagen ein echter Fan. Über Verwandte hatte er Beziehungen nach Wien, wo er auch einige Jahre seiner Kindheit verbracht hatte. Obwohl Galitzin dies immer hoffte, ist er nie mit Beethoven zusammen getroffen. Allerdings schrieben sich beide regelmäßig ab 1822 bis zu Beethovens Tod. Galitzin, selbst Amateurcellist, bestellte nicht nur Streichquartette bei Beethoven, er subskribierte auch die Missa solemnis und organisierte deren erste vollständige Aufführung in St. Petersburg im April 1824. In einem Brief an Beethoven vom 29. November 1823 rühmt er sich, jedes Werk Beethovens für Klavier und jedes andere Instrument zu besitzen. Da er - wie er sehr bedauert - nicht Klavier spielen könne, habe er sich erlaubt, einige der Sonaten für Streichquartett zu bearbeiten, um sie so selbst aufführen zu können. Immer wieder schmeichelt Galitzin Beethovens Genie und preist sich glücklich, Zeitgenosse des "dritten Helden der Musik" (nach Mozart und Haydn) zu sein, den er zum "Gott der Melodie und der Harmonie" ausruft. Dem für die drei Streichquartette versprochenen Geldbetrag musste Beethoven nichtsdestotrotz bis an sein Lebensende hinterher laufen - die Rechnung wurde erst lange nach Beethovens Tod durch den Sohn des Fürsten beglichen. (J.R.)

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