Ludwig van Beethoven, Skizzenblätter zur Violoncellosonate op. 102,2, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 92
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Wissenswert
Große Zahlen
Viele dieser Skizzen zur zweiten Cellosonate aus op. 102 fanden wohl schließlich keine Gnade vor Beethovens Augen, denn er strich sie energisch durch. Auffallender sind jedoch die großen Zahlenwerte, die Beethoven am Rand notierte, z.B. auf Bl. 1r (Bild 2), Bl. 1v (Bild 3), Bl. 2r (Bild 4), Bl. 3v (Bild 7) und Bl. 5r (Bild 10). Mit den Zahlen 3200, 1000 und 60000 zählt Beethoven allerdings weder Noten noch Arbeitsstunden oder gar zu erwartende Honorare. Die Zahlen markieren lediglich Anschlußstellen im Text und funktionieren wie das von Beethoven häufiger verwendete "Vi-de". Soll an einer Stelle im Stück zu einer anderen gesprungen, oder einige Takte durch ein paar andere ersetzt werden, markiert Beethoven die beiden Anschlußstellen entweder mit "Vi" auf der einen und "-de" auf der anderen Seite, oder mit zweimal der gleichen Zahl, also beispielsweise zweimal "No 60000". Um unterschiedlich Anschlußstellen voneinander abzutrennen, setzt er verschiedene Zahlenwerte ein. Warum Beethoven allerdings vorzugsweise die Zahlen 1000 und 60000 verwendet, ist nicht bekannt. (J.R.)