Ludwig van Beethoven, Menuett für Klavier (F-Dur) WoO 217 sowie Skizzen zu nicht ausgeführten Werken, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, NE 105
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Wissenswert
Charakteristisches Papier
Insgesamt 18 Skizzen und Entwürfe zu nicht weiter ausgeführten Werken befinden sich auf diesem Blatt, das - obwohl es keine Datumsaufschrift trägt - in Beethovens frühe Wiener Zeit datiert werden kann (Beethoven lebte ab 1792 in Wien). Dafür spricht zum einen die Handschrift, die in Beethovens Jugendjahren noch eine sanftere Charakteristik hat und deren Veränderungen und Deformation über die Jahre hinweg gut dokumentiert ist. Andererseits beschriftete Beethoven für dieses Blatt eine Papiersorte, die er ausschließlich zwischen 1792 und 1796 verwendete. Sie hat ein hervorstechendes Merkmal, durch das sie zweifelsfrei identifiziert werden kann: ihre Rastrierung. Durch normale Faltung eines Großbogens, wie er bei der Papierherstellung gefertigt wird, entstehen bei der Heftung eines Buches Doppelblätter mit einem Falz in der Mitte. In der Regel wurden diese Doppelblätter jedes für sich rastriert, so dass an allen vier Seiten des Einzelblattes ein freier Rand entsteht. Lediglich die Papiersorte, die Beethoven für dieses Skizzenblatt verwendete, ist abweichend rastriert, nämlich über die gesamte Breite eines Doppelblattes (durchgehend über den Falz) hinweg. Dadurch bleibt an der Innenseite des Blattes, dort, wo es geheftet ist, kein Rand mehr. (J.R.)