Ludwig van Beethoven, Billet an Ignaz von Gleichenstein, Wien, gegen Ende Mai/Anfang Juni 1810, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Br 134
digitalesarchiv@beethoven.de
Zusammenfassung
Beethoven ist enttäuscht, dass sein Freund Gleichenstein sich trotz seiner Seelennot nicht um ihn kümmert. Er wünscht ihn am folgenden Tag zum Frühstück zu sehen, allerdings allein, ohne dessen Freund Carl Anton Dorner. Beethoven hat den Verdacht, Gleichenstein suche etwas vor ihm zu verbergen, um ihn zu schonen.
Im Frühjahr 1810 war Beethoven bis über beide Ohren in Therese Malfatti verliebt und machte ihr im Mai 1810 einen Heiratsantrag. Gleichenstein war mit Thereses Schwester verlobt und hatte daher Zugang zu den innersten Familienkreisen. Beethoven bedrängte den Freund immer wieder, ihm Interna der Familie Malfatti mitzuteilen. Möglicherweise hatte er bereits eine Ahnung und rechnete insgeheim schon mit Thereses Absage, die sie ihm dann tatsächlich erteilte. (J.R.)