Ludwig van Beethoven, Skizzenblatt zur Messe op. 123 und dem Kanon WoO 180, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB BSk 27/75
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Wissenswert
Kanon "Hoffmann, sei ja kein Hofmann"
Dieses einzelne Skizzenblatt stammt aus dem Taschenskizzenheft "BH 107", das ebenfalls im Beethoven-Haus aufbewahrt wird. Wie in BH 107 finden wir auch hier Skizzen zur Missa solemnis (zum Credo), allerdings nur auf der Vorderseite (Bild 2). Auf der Rückseite (Bild 1) steht ein Kanon, der im Beethoven-Werkverzeichnis die Nummer WoO 180 erhalten hat: "Hoffman, sei ja kein Hofmann". Der Kanon, hier zunächst mit Bleistift skizziert und dann mit Tinte teilweise nachgezogen, entstand wohl im Zusammenhang mit einem Gespräch über den Dichter E.T.A. Hoffmann, das Beethoven vermutlich zu dem Wortspiel anregte (der Text ist jedoch nicht auf den Dichter gemünzt). Da das Skizzenblatt nicht aus dem Besitz Robert Mendelssohns stammt, der 1899 das Skizzenbuch BH 107 dem Beethoven-Haus schenkte, wurde es wahrscheinlich schon aus dem Buch entfernt, bevor dieses Eigentum der Familie Mendelssohn wurde. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Beethoven selbst das Blatt dem Skizzenbuch entnahm, noch bevor er den Kanon mit Tinte nachzeichnete. (J.R.)