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Digitales Archiv

Ludwig van Beethoven, Leichte Variationen über das Schweizer Lied "Es hätt' e' Buur e' Töchterli" für Klavier oder Harfe (F-Dur) WoO 64, 1-6, Autograph

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 3

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Klingendes Autograph

Wissenswert

Fast zu sauber für Beethoven

Außergewöhnlich sauber und ordentlich stellt sich dieses Autograph mit den Variationen über ein Schweizer Lied WoO 64 dar. So außergewöhnlich schön geschrieben, daß der Berliner Autographenhändler Liepmannssohn, durch dessen Hände Anfang des 20. Jahrhunderts viele der berühmtesten Handschriften gingen, 1930 noch glaubte, er habe es hier mit der Abschrift eines professionellen Schreibers zu tun. Beethovens Urheberschaft ist mittlerweile unzweifelhaft. Problematischer ist allerdings die Datierung. Das Lied, welches das Thema für die Variationen bildete, wurde schon 1781 veröffentlicht - zu früh, um einen direkten Anhaltspunkt zu bieten. Das Papier des Autographs ist unter den Beethoven-Papieren einzigartig. Ähnliche Papiere aus der gleichen Papiermühle verwendete Beethoven in seinen späten Bonner Jahren, also zwischen 1790 und 1792. Dies wird durch die Handschriften-Analyse bestätigt. Wie bei jedem Menschen hatte Beethoven als junger Mann noch nicht die ausgeprägte Handschrift seiner "reifen" Jahre. Nicht zuletzt ihrer berühmten Unleserlichkeit wegen wurde die Handschrift des Komponisten und ihre Entwicklung eingehend untersucht. Zu den erforschten Charakteristika der Jugendschrift gehören Form und Schwung der Notenschlüssel, Akkoladen, Taktstriche und -bezeichnungen, die sich in verschiedenen Stadien verändern. Anhand des Befundes bei diesem Autograph läßt sich der Entstehungszeitraum auf 1790 bis 1792 eingrenzen.

Das Autograph war so sauber geschrieben, dass Beethoven es später sogar als Stichvorlage verwenden konnte. 1798 erschienen die Variationen im neu gegründeten Bonner Verlag Simrock. (J.R.)

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