Jacob Hotschevar, Brief an Ignaz Moscheles in London, Wien, 10. Februar 1828
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 41
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Zusammenfassung
Jakob Hotschevar, nach dem Tod Stephan von Breunings im Juni 1827 Vormund von Beethovens Neffen Karl, bittet Moscheles, die Philharmonische Gesellschaft in London möge das Beethoven kurz vor seinem Tode übersandte Geld (100 Pfund) nicht zurückfordern. Darüber hinaus ersucht er die Gesellschaft, sie möge den Neffen des Komponisten finanziell unterstützen.
Durch seine Krankheit arbeitsunfähig geworden, hatte Beethoven die Philharmonische Gesellschaft um ein Benefizkonzert zu seinen Gunsten gebeten. Dieses Konzert fand nicht statt. Stattdessen beschloss das Direktorium der Gesellschaft, Beethoven 100 Pfund (umgerechnet 1000 Gulden C. M.) zur Verfügung zu stellen, die ihm von Sebastian Rau Anfang März 1827 überbracht wurden. Nach Beethovens Tod fand man die Summe unberührt, woraufhin Rau sie im Namen der Philharmonischen Gesellschaft zurückforderte. In der Folge entspann sich ein länger anhaltender Disput um diesen Betrag. Der vorliegende Brief Hotschevars wurde Moscheles wiederum über Sebastian Rau zugestellt. In einem Begleitschreiben (W 42) unterstützte Rau Hotschevars Bitte und betonte, ein eventueller Prozess brächte mehr Kosten als Nutzen. Daraufhin verzichtete die Philharmonische Gesellschaft auf ihre Forderung. (F.G.)