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Digitales Archiv

Ludwig van Beethoven, Sonate für Klavier (C-Dur) op. 53, Autograph

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 7

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Klingendes Autograph

Wissenswert

Ein neuer Mittelsatz für die Waldsteinsonate

"In der Sonate (in C dur, Opus 53), die seinem ersten Gönner, dem Grafen Waldstein gewidmet ist, war anfänglich ein großes Andante. Ein Freund Beethoven's äußerte ihm, die Sonate sei zu lang, worauf dieser von ihm fürchterlich hergenommen wurde. Allein ruhigere Ueberlegung überzeugte meinen Lehrer bald von der Richtigkeit der Bemerkung. Er gab nun das große Andante in F dur, 3/8 Tact, allein heraus und componirte die interessante Introduction zum Rondo, die sich jetzt darin findet, später hinzu." Die Entstehungsgeschichte der Waldsteinsonate, die Beethovens Schüler Ferdinand Ries 1838 (zusammen mit Franz Gerhard Wegeler) in seinen Biographischen Notizen über Ludwig van Beethoven veröffentlichte, wird durch das Autograph, das wir hier sehen, bestätigt. Statt des entfernten langsamen Mittelsatzes komponierte Beethoven nun ersatzweise eine langsame Einleitung ("Introduzione. Adagio") zum letzten Satz. Blatt 14 und 15, die beiden Blätter, auf denen diese Einleitung geschrieben ist, sind später hinzugefügt: deutlich kann man an der inneren Kante auf Blatt 9r (Bild 17) noch die von hinten umgeklebten Ränder von Blatt 14 erkennen. Blatt 15 ist dagegen nicht eingeklebt, sondern auf das dahinterliegende halbe Blatt (es wurde nicht komplett entfernt, da hier schon der dritte Satz beginnt) aufgenäht worden (Bilder 29 und 30). Auch ist die Tinte der beiden eingefügten Blätter heller als beim Rest des Autographs. Den Mittelsatz verwarf Beethoven übrigens nicht, sondern veröffentlichte ihn als einzelnes Andante für Klavier (WoO 57). (J.R.)

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