Ludwig van Beethoven, Skizzenblätter zum Streichquartett op. 130, Partiturskizze, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 104
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Wissenswert
Schluss zu schwierig
Beethovens Streichquartett op. 130 wurde am 21. März 1826 uraufgeführt. Sechster und letzter Satz war bei dieser Uraufführung die sogenannte Große Fuge (jetzt: op. 133). Während der zweite und der vierte Satz wiederholt werden mussten, urteilt der Rezensent der Allgemeinen musikalischen Zeitung (Leipzig) vernichtend über die Fuge: "Aber den Sinn des fugirten Finale wagt Ref. nicht zu deuten: für ihn war es unverständlich, wie Chinesisch. Wenn die Instrumente in den Regionen des Süd- und Nordpols mit ungeheuern Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wenn jedes derselben anders figurirt und sie sich per transitum irregularem unter einer Unzahl von Dissonanzen durchkreuzen, wenn die Spieler, gegen sich selbst misstrauisch, wohl auch nicht ganz rein greifen, freylich, dann ist die babylonische Verwirrung fertig; dann giebt es ein Concert, woran sich allenfalls die Marokkaner ergötzen können (...)."
Auf Anregung des Verlegers Artaria wurde die zu schwierige Fuge aus dem Werk "ausgekoppelt" und separat herausgegeben. Stattdessen skizzierte Beethoven im September 1826 einen alternativen Schlusssatz für das Quartett. Auf diesem Doppelblatt befinden sich Partiturskizzen zu dem neuen Finale. Das Streichquartett wurde in seiner neuen Form mit dem alternativen Schluss erst nach Beethovens Tod, am 22. April 1827 aufgeführt. (J.R.)