Ludwig van Beethoven, Skizzenblatt zu den Ruinen von Athen op. 113,6, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, NE 120
digitalesarchiv@beethoven.de
Wissenswert
"seze ich mich hin, um den Schnurbärten zu helfen"
Anfang Oktober 1811 berichtet Beethoven dem Verlag Breitkopf & Härtel in Leipzig zur Entstehung seiner Musik zu den "Ruinen von Athen" op. 113 von seinem Sommerurlaub in Tepliz: "in anderes Ereigniß waren noch die Ungarn für mich, indem in meinen Wagen steige Nach Tepliz zu reisen erhalte ich ein Paket von ofen, mit dem ersuchen für die pesther Eröfnung des Neuen Theaters etwas zu schreiben, nachdem ich 3 Wochen in T.[eplitz] zu gebracht mich leidlich befand, seze ich troz dem Verboth meins Arztes hin, um den Schnurbärten, die mir von herzen Gut sind, zu helfen, schicke am 13ten September mein paket dorthin ab, in der Meynung daß den 1ten 8ber die Sache vor sich gehn solle" (BGA 523. Beethoven an Breitkopf & Härtel in Leipzig, 9. Oktober 1811). Sollte Beethoven mit dieser Schilderung die Entstehungszeit der Schauspielmusik op. 113 nicht übertrieben haben, so hatte er für die zur Einweihung des Pester Theaters vorgesehene Komposition nur drei Wochen Zeit. Es ist jedoch bekannt, dass der Komponist sein Arbeitstempo gerne in ein besonders gutes Licht rückte. Zudem sind viele Skizzen zu op. 113 erhalten, weshalb er wahrscheinlich doch ein wenig länger daran saß als in dem Brief behauptet. Die Notierungen auf dem vorliegenden Blatt betreffen den Marsch und Chor der Jungfrauen und Priester. Ein Teil des Orchesters spielt dabei als Teil der Inszenierung auf bzw. hinter der Bühne mit. Diese Regieanweisung hat Beethoven schon in der Skizze festgehalten: "pizzicato hinter der Szene" lesen wir oben unter dem zweiten System. (J.R.)