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Beethovens Geburtshaus wieder geöffnet

Erster Meilenstein erreicht: Neue Dauerausstellung im Beethoven-Haus ist ab 14. September zu sehen. Das gesamte neue Beethoven-Haus mit allen Bereichen wird am 17. Dezember eröffnet.

Frohe Botschaft für alle Beethoven-Fans: Nach sechs Monaten Schließzeit und grundlegender Überarbeitung kann ab dem 14. September die Dauerausstellung in Beethovens Geburtshaus wieder besucht werden. Mit Hochdruck wird weiterhin an den anderen neuen Bereichen im Beethoven-Haus gearbeitet, damit rechtzeitig zur Eröffnung im Rahmen eines Festakts am 16. Dezember alles fertiggestellt ist.

"Wir freuen uns sehr, dass wir die neue Dauerausstellung schon jetzt für die Besucher öffnen können. Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht", freut sich Malte Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses. Die Neugestaltung der Dauerausstellung mit der räumlichen Erweiterung des Museums gehört zu den bedeutendsten Projekten des Beethoven-Hauses mit Blick auf das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020.

Die neue Dauerausstellung, deren Gestaltung das Schweizer Büro Holzer Kobler Architekturen in Zusammenarbeit mit 2xGoldstein, Studio TheGreenEyl und Lichtvision Design konzipiert und realisiert hat, möchte den Besuchern eine zeitgemäße, erlebnisorientierte und emotionale Begegnung mit Beethoven im seinem Geburtshaus ermöglichen. Dabei wird das historische Haus selbst als zentrales Ausstellungsstück durch die Farbigkeit der Räume und die Ausstellungsmöbel mit in Szene gesetzt.

"Bisher wurde Beethovens Leben in der Dauerausstellung chronologisch vermittelt. Dieses Konzept haben wir aufgegeben. Stattdessen kann sich der Besucher Beethoven nun über verschiedene Themenkreise nähern wie Beethoven und sein Freundes- und Fördererkreis, Beethoven und sein Alltag oder Beethoven als Künstler und Mensch mit körperlichen Einschränkungen," erläutert Museumsleiterin Nicole Kämpken. "Wir versuchen, immer wieder auch einen Bezug zu den eigenen Erfahrungen der Besucher heute herzustellen, damit die Menschen Beethoven nicht nur als historische Persönlichkeit erleben". Komplexe Inhalte werden durch Medienstationen anschaulich vermittelt. So wird etwa am Beispiel eines mehrseitigen „Gesprächs“ illustriert, wie der taube Beethoven sich mithilfe seiner Konversationshefte verständigte. "Diese Medienstationen werden aber nur sehr zurückhaltend eingesetzt, und immer nur dort, wo mediale Ergänzungen das sinnliche Erleben unterstützen", so Kämpken.

Unkonventionell gestaltet sind drei Sonderräume, die im Hinterhaus, dem eigentlichen Wohnhaus der Familie Beethoven, übereinander liegen. Ein Diorama im Erdgeschoss lässt in einer künstlerischen Umsetzung Beethovens Bonn lebendig werden, im Klangzimmer darüber vermitteln fünf bedeutende Frühwerke die musikalische Einzigartigkeit des Komponisten, und im Dachgeschoss wird das bisher als Geburtszimmer bezeichnete Elternschlafzimmer der Beethovens in besonderer Weise inszeniert. Der Raum soll von den Besuchern betreten werden können, was bisher nicht möglich war. "Dieser Raum ist der eigentliche Nukleus der Ausstellung. Durch eine Spiegelfläche mit medialen Einblendungen wird ein traumartiger Zustand, ein Gefühl des Schwebens erzeugt und lässt einen poetischen Ort der sinnlichen Annäherung an das Phänomen Beethoven entstehen", erläutert die Architektin Barbara Holzer.

Ab Mitte Oktober ist ein Mediaguide in deutscher, englischer, japanischer, chinesischer und spanischer Sprache sowie eine Kinderfassung im Eintrittspreis inbegriffen. Der Mediaguide, der vom Landschaftsverband Rheinland gefördert wurde, liefert ergänzende Informationen und Musik zur Präsentation im Museum. Auch Versionen für Sehbehinderte, in Leichter Sprache sowie in Deutscher Gebärdensprache sind verfügbar.

Im Dezember werden weitere Museumsräume die neue Dauerausstellung ergänzen: Im Nachbarhaus entsteht ein Musikzimmer für regelmäßige Konzerte auf historischen Tasteninstrumenten. Im Kellergewölbe darunter wird eine Schatzkammer eingerichtet, in der in turnusmäßigem Wechsel dauerhaft Originalmanuskripte von Beethoven zu sehen sein werden. Erstmals wird das Museum über einen eigenen Bereich für wechselnde Themenausstellungen verfügen, denn der Shop mit Kassenbereich zieht auf die andere Straßenseite um und der dadurch gewonnene Platz wird zur Ausstellungsfläche. Der Shop erhält auch ein kleines Café, und in dem darüber liegenden Geschoss wird ein Seminarraum für die Vermittlungsangebote des Beethoven-Hauses eingerichtet. Hier wird es auch per Tablets Zugang zum Digitalen Archiv des Beethoven-Hauses geben, um sich virtuell weitere Sammlungsobjekte ansehen zu können.

"Es bleibt also spannend", so Malte Boecker, "aber wir sind zuversichtlich, dass sich das Beethoven-Haus rechtzeitig zum Auftakt des Beethovenjahres insgesamt zeitgemäß präsentieren und dazu einladen wird, Beethoven am historischen Ort neu zu entdecken".

Die Neugestaltung des Museums Beethoven-Haus wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, vom Land Nordrhein-Westfalen und vom Landschaftsverband Rheinland gefördert. Durch Spenden von Privatpersonen und Unternehmen sind bisher weitere 790.000 Euro eingegangen. Das Beethoven-Haus ist weiterhin dankbar für Spenden für die Neugestaltung, damit alle Vorhaben wie geplant umgesetzt werden können. Auf Anfrage an sekretariat@beethoven.de wird eine Spenden-Broschüre mit allen wichtigen Informationen zugeschickt.

Öffnungszeiten der Dauerausstellung:
Täglich 10 bis 18 Uhr
Über die Schließtage informiert die Homepage unter www.beethoven.de, Besuchen, Museum

Vorverkauf:
Tickets mit einem festgelegten Zeitfenster für den Besuch ab Oktober können bereits jetzt über BONNTICKET gebucht werden (www.bonnticket.de). Für den Besuch im September können die Tickets an der Museumskasse erworben werden. Ab Oktober sind auch im Shop des Beethoven-Hauses Tickets für Timeslots im Vorverkauf erhältlich.  

Bilder:
Bitte beachten Sie das Copright: Beethoven-Haus Bonn, Fotograf David Ertl

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