Ludwig van Beethoven, Brief an Andreas Streicher in Wien, Preßburg, 19. November 1796, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, NE 94
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Hörbrief
Zusammenfassung
Beethoven dankt dem Klavierbauer Andreas Streicher für den Erhalt eines Klavieres. Er lobt das Instrument, fügt jedoch hinzu, für ihn sei es nicht geeignet, da er sich in der Freiheit, den Ton selbst zu formen, beeinträchtigt fühle. Dennoch empfiehlt er, bei dieser Bauart zu bleiben, da er sicherlich eine Ausnahme mit seiner Kritik sei.
Beethoven geht auf den geplanten Verkauf des Instruments ein und dankt Streicher für dessen Entgegenkommen. Er betont, daran interessiert zu sein, die Hochwertigkeit der Streicherschen Instrumente bekannt zu machen.
Beethoven kündigt seine Akademie an und lädt Matthäus Andreas Stein (Streichers Schwager) ein, zu kommen, er könne auch bei Beethoven Quartier haben.
1796 machte Beethoven als Konzertpianist eine Tournee, bei der er auch in Preßburg Station machte. Mit den Klavierbauern Streicher blieb er zeit seines Lebens freundschaftlich verbunden, testete deren Instrumente und machte immer wieder praktische Vorschläge zur Verbesserung des Anschlags und der Mechanik. Streicher war im Wien des beginnenden 19. Jahrhunderts die führende Klavierbaufirma. (J.R.)