Ludwig van Beethoven, Schädel - Fotografie von Johann Batta Rottmayer, Wien, 1863, späterer Abzug, nach 1863
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Wissenswert
Wie das Protokoll der ersten Exhumierung Beethovens berichtet, war Johann Batta Rottmayer auf Einladung der Gesellschaft der Musikfreunde bei der Öffnung des Grabes auf dem Währinger Ortsfriedhof anwesend, um Fotografien der Gebeine anzufertigen. Als sich herausstellte, daß dies an Ort und Stelle nicht zu bewerkstelligen war, entschloß man sich, Beethovens Schädel zunächst nicht mit den übrigen Knochen in den vorbereiteten Zinksarg einzulegen, sondern ihn Gerhard von Breuning zur vorläufigen Verwahrung zu übergeben. Einige Tage später, am 16. und am 20. Oktober stellte Rottmayer dann die hier abgebildete Frontalaufnahme des Schädels her, von der mehrere Abzüge existieren. Diese Fotografie zeigt den bei der Exhumierung in neun Teile zerfallenen Schädel so, wie er von den anwesenden Medizinern Patruban, Standthartner und Gerhard von Breuning rekonstruiert worden war. Dabei mußten einige größere Fehlstellen vollständig ergänzt werden, denn wie der Untersuchungsbericht festhält, war ein Stück der Kalotte "mitten heraus [...] aus der Scheitelgegend" verloren gegangen und es fehlten die bei der Obduktion 1827 entnommenen Felsenbein. (S.B.)