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Quartett-Tisch in der Bibliothek des Beethoven-Hauses, Ende 18. Jahrhundert

Beethoven-Haus Bonn, Mö 1

Der Quartett-Tisch aus Kirschholz mit Bronzebeschlägen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Er besitzt vier durch Federdruck aufrichtbare Notenpulte sowie ausziehbare Schubladen mit Schreibeinlagen zum Kopieren von Musik.

Die ersten rechteckigen Quartett-Tische wurden wahrscheinlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Frankreich gebaut und verbreiteten sich von da aus über ganz Europa. Zuvor waren ausschließlich runde oder ovale nicht an eine bestimmte Besetzung gebundene Musiziertische in Gebrauch. Während der Blütezeit des hausmusikalischen Quartettspiels im 19. Jahrhundert stand das heute nur noch selten anzutreffende Möbel im Mittelpunkt privater Herren-Zirkel. Augenzwinkernd bespöttelte ein Rezensent der Leipziger "Allgemeinen Musikalischen Zeitung" die Quartett-Gesellschaften, zu denen Damen höchstens als Zuhörer zugelassen waren: "Was sonst mit einander trank, war Freund: der Quartetttisch wird bald den Schenktisch verdrängen."

Zu Lebzeiten Beethovens gehörte das Möbelstück einem kurkölnischen Hofbeamten. In seinem Haus in Linz am Rhein veranstaltete er regelmäßig Quartett- und Schachabende, an denen auch Beethoven teilgenommen haben soll.

Das Beethoven-Haus erhielt das als Speisetisch bezeichnete Möbel 1890 von den Nachkommen des Hofbeamten. Seitdem nutzt es die Bibliothek als dekorativen Arbeitsplatz für ihre Leser. Bei dem im Beethovenjubiläumsjahr veranstalteten öffentlichen Hauskonzert wurde der Quartett-Tisch erstmals wieder gemäß seiner eigentlichen Bestimmung in Gebrauch genommen. (F.G.)

© Beethoven-Haus Bonn
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