Ludwig van Beethoven, Billet an Johann Baptist von Pasqualati, Wien, November 1815, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB BBr 98
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Hörbrief
Zusammenfassung
Beethoven fragt von Pasqualati nach dessen Meinung zu den ausgebliebenen Rentenzahlungen von Fürst Lobkowitz und bittet, dessen Bruder in Prag (Joseph Andreas Pasqualati) solle das Gehalt von der Kinskyschen Kasse erheben.
Beethoven hatte im März 1809 von den Fürsten Kinsky und Lobkowitz sowie Erzherzog Rudolph eine Leibrente vertraglich zugesichert bekommen. Lediglich Rudolph kam jedoch regelmäßig und einigermaßen zuverlässig seinen Zahlungsverpflichtungen nach, nicht so die beiden Fürsten. Fürst Kinsky starb am 3.11.1812 bei einem Reitunfall, was die Lage für Beethoven noch ernster machte. Da seine Rente vertraglich festgeschrieben war, bemühte er sich bei den Erben um die Fortsetzung der Zahlungen. Die Auseinandersetzungen um die Gehaltsansprüche wurden im Januar 1815 beigelegt und eine halbjährige nachschüssige Zahlungsweise vereinbart. Die erste Zahlung war im Oktober 1815 fällig. Offenbar war das Geld im November noch nicht aus Prag eingetroffen. (J.R.)