Ludwig van Beethoven, Sonate für Klavier und Violoncello (D-Dur) op. 102,2, Partitur, Überprüfte Abschrift
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 57
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Wissenswert
Stichvorlagen für "ungewöhnliche" und "sonderbare" Sonaten
"Diese beyden Sonaten gehören ganz gewiss zu dem Ungewöhnlichsten und Sonderbarsten, was seit langer Zeit, nicht nur in dieser Form, sondern überhaupt, für das Pianoforte geschrieben worden ist. Alles ist hier anders, als man es sonst, auch sogar von diesem Meister selbst, empfangen hat; möge er uns aber nicht übel deuten, wenn wir hinzusetzen: nicht Weniges scheint auch, wie es nun hier stehet, und wie es angeordnet, verlegt, vertheilt ist, also gestaltet zu seyn, damit es ganz ungewöhnlich, ganz sonderbar herauskomme." Offenbar war der Kritiker der Allgemeinen musikalischen Zeitung 1818 sehr verwundert, wahrscheinlich gar überfordert mit den beiden Cellosonaten op. 102. Zu sehr gewohnt an das Gefällige, Leichte, Brilliante kam der Rezensent, wie der weitere Verlauf der Kritik zeigt, mit den beiden Sonaten überhaupt nicht zurecht. Immerhin lobte er zum Schluß den "kunstverständigen Verleger", der eine praktische Ausgabe erstellt hatte, die "das Verständnis und jene Übereinstimmung gar sehr erleichtert". Der Verleger war der Bonner Nikolaus Simrock, der etliche Werke Beethovens herausbrachte. Die hier vorliegenden überprüften Abschriften sind die beiden Stichvorlagen der Originalausgabe von op. 102. Deutlich kann man in den Abschriften die Spuren der Druckvorbereitung sehen: Kreuze und Eintragungen, mit denen der Stecher die Seiteneinteilung des Druckes festlegt. (J.R.)