Ludwig van Beethoven, Brief an Tobias Haslinger in Wien, Gneixendorf, 11. November 1826
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Br 149
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Hörbrief
Zusammenfassung
Beethoven bittet den Verleger Haslinger um einen Gefallen. Er werde ein Paket (mit dem neuen Schlusssatz zu op. 130) an den Verleger Mathias Artaria zu Haslingers Händen nach Wien schicken. Sobald es eingetroffen sei, solle Haslinger Artaria benachrichtigen und ihm das Paket gegen Zahlung von 15 Dukaten in Gold aushändigen. Beethoven will damit vermeiden, mit Artaria persönlich zu sprechen.
Beethoven hofft, Haslinger bringe einige bisher unveröffentlichte Werke heraus. Nach BGA geht es dabei vermutlich um die Oper Fidelio (op. 72), um die Kantate "Der glorreiche Augenblick" (op. 136) und um zwölf englische Lieder. Alle diese Werke hatte Beethoven bereits 1815 an Steiner, Haslingers Vorgänger, verkauft. Da Beethoven von Holz erfahren hatte, Haslinger plane bei der Kantate "Einiges hinzuzufügen", für welches ein enormer Preis zu zahlen sei, bietet er an, sein Honorar "billig u. gefällig" zu gestalten. Tatsächlich veranstaltete Haslinger erst 1837 eine umfangreiche Prachtausgabe der Kantate. (J.R.)