Maurice Schlesinger, Brief an Ludwig van Beethoven in Wien, Paris, 3. Juli 1822, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, BH 218
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Zusammenfassung
Maurice Schlesinger war der Sohn des Berliner Verlegers Adolph Martin Schlesinger. 1819 hatte er Beethoven einen Besuch abgestattet, der ihm nicht nur das gewidmete Autograph des Kanons WoO 174 einbrachte, sondern dem Verlag seines Vaters auch Beethovens opp. 108, 109, 110 und 111 zum Druck verschaffte. 1821 ließ sich Maurice Schlesinger in Paris nieder und gründete dort ebenfalls einen Musikverlag. Mit diesem Schreiben unterrichtet er Beethoven davon, er werde "zur besseren Verbreitung" Beethovens späte Klaviersonaten, die sein Vater in Berlin herausgab, nun auch in Paris stechen.
Zur Sicherheit fragt er noch einmal bei Beethoven nach, ob op. 111 tatsächlich nur zweisätzig sei und der Kopist nicht etwa einen schnellen Satz vergessen habe. Auch bittet er Beethoven um Metronomangaben für die opp. 109-111. Wie sein Vater fragt auch Maurice noch nach neuen Quartetten, Quintetten oder Liedern, die er gerne von Beethoven herausgeben möchte.
Schließlich erinnert er sich glücklich an seinen Besuch bei Beethoven 1819 und beteuert, den gewidmeten Kanon "wie ein Heiligthum" zu ehren. (J.R.)