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Digitales Archiv

Joseph Haydn, Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello (Es-Dur) Hob. III:31, Partitur, Autograph Beethovens

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 42

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Wissenswert

Vorbild Vater Haydn

Seine erste Anstellung hatte Beethoven am Bonner Hof des Fürsterzbischofs Kurfürst Maximilian Franz. Dieser erkannte das Talent seines Untertanen und schickte Beethoven im November 1792 mit einem Stipendium nach Wien, damit er bei Haydn studieren und seine Kenntnisse vervollkommnen könne. Beethoven gefiel der Unterricht bei Haydn jedoch nicht, mit dessen Lehrmethoden er nicht einverstanden war (obgleich er ihn als Persönlichkeit schätzte). So war er wahrscheinlich nicht unglücklich, als dieser Unterricht Anfang 1794 durch Haydns zweite Englandreise ein Ende nahm. Dennoch verehrte Beethoven Haydn als Komponisten sehr. Zahlreiche Werke Haydns befanden sich in Beethovens Bibliothek, nach dessen Tod 1809 erwarb Beethoven sogar das Autograph von Haydns Londoner Sinfonie.

Bestimmten musikalischen Problemkreisen näherte Beethoven sich behutsam und mit gründlicher Vorbereitung. So rüstete er sich beispielsweise für seine Oper durch das Studium von Mozarts Opern, aus denen er sich Abschriften machte. Auch mit der Gattung Streichquartett ließ sich Beethoven nur zaghaft ein und nahm einige Umwege über verwandte Gattungen, um sich hinreichend für die Aufgabe zu wappnen. Auch hier studierte er zuvor die Großen der Kunst und deren Beiträge zur Gattung: einmal mehr Mozart und selbstverständlich Haydn, den uneingeschränkten Meister des Streichquartetts. Die eigenhändige Abschrift Beethovens des Haydnschen Streichquartetts Hob. III:31 in Es-Dur fertigte er wohl schon 1794 an. Beethoven kopierte offensichtlich nach einer handschriftlichen Vorlage (obwohl die Stimmen des Quartetts zu diesem Zeitpunkt bereits in mehreren Ausgaben gedruckt vorlagen). Beethoven schrieb sich allerdings keine Einzelstimmen ab, sondern spartierte sich eine Partitur. "Nebensächlichkeiten" wie dynamische Zeichen und Phrasierung ließ er weg - sie waren für das, was ihn interessierte - Musik und Bauweise - nicht wichtig. (J.R.)

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