Ignaz Moscheles, Brief an Anton Schindler in Wien, London, 2. Dezember 1827
Beethoven-Haus Bonn, NE 103, IV, 99
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Moscheles dankt Schindler für die Zusendung von Beethoven-"Reliquien", Autographen Beethovens, um die er Schindler als Andenken gebeten hatte. Schindler hatte ihm daraufhin einen Bogen aus der 9. Sinfonie und Skizzenblätter geschickt. Auch ein Porträt Beethovens hatte er nach Wunsch erhalten, stellt jedoch Abweichungen zu einem ihm von Schindler beschriebenen Porträt fest - "also habe ich nicht das, welches Sie für das bessere erklären".
Moscheles kommt auch auf die leidige Geschichte mit dem Geldgeschenk der Londoner Philharmonischen Gesellschaft an Beethoven zu sprechen. Die Gesellschaft hatte dem Komponisten kurz vor dessen Tod zur Linderung seiner finanziellen Notlage eine größere Summe zukommen lassen, die sich nach dessen Tod jedoch unberührt in seinem Nachlass fand. Daraufhin hatte die Gesellschaft das Geld zurückgefordert, was nicht ohne Komplikationen verlief. Moscheles berichtet vom aktuellen Stand des Problems aus Londoner Sicht und bittet, Sebastian Rau in Wien, der in der Angelegenheit als Sachwalter der Philharmonischen Gesellschaft auftrat, davon in Kenntnis zu setzen.
Im zweiten Teil des Schreibens wendet sich Moscheles dem Londoner Musik- und Konzertleben zu und berichtet von eigenen Plänen und neuen Kompositionen. Er erwähnt einen Bericht über Beethoven im Muscial Quarterly Review vom Juni 1827, in dem auch von Schindler die Rede sei. Abschließend lässt er Bekannte und Freunde grüßen.