Ludwig van Beethoven, Denkmal in Mexico City, 1930 - Plastik von Theodor von Gosen, Fotografie, Mexiko-Stadt, um 1930
Beethoven-Haus Bonn, B 452
digitalesarchiv@beethoven.de
Wissenswert
Im Jahrzehnt zwischen 1920 und 1930 erlebte die allgemeine Verehrung für Ludwig van Beethoven einen besonderen Höhepunkt. Dies stand einerseits mit der Tatsache in Verbindung, dass sich im Jahr 1927 der Todestag des Komponisten zum hundertsten Mal jährte. Die Denkmäler, die in dieser Zeit entstanden, zeichnen sich durch eine große Vielfalt in ihren Konzepten und in ihrem Stil aus. Gemeinsam ist fast allen diesen Projekten, dass man nun weniger Beethoven als Person ehren wollte, als vielmehr seine Musik. So entstanden ganz unterschiedliche Ansätze, die die künstlerische Leistung Beethovens zum Hauptmotiv machten und die Darstellung des Komponisten eher am Rande miteinbezogen.
Ein Beispiel für einen solchen Versuch ist das Beethoven-Denkmal von Theodor von Gosen (1873-1943) in Mexico City. Hier sind die allegorischen Motive, die im 19. Jahrhundert gewöhnlich in der Sockelzone eines Denkmals angebracht worden waren, zum Hauptelement der Darstellung. Auf einem hohen Podest ist ein geflügelter Genius zu sehen, der von einer knienden Gestalt - der leidenden menschlichen Seele - um Erlösung angefleht wird. Dass der Weg zu dieser Erlösung über die Musik Beethovens beschritten werden kann, deutet die Maske des Komponisten an, die am Sockel des Monumentes angebracht ist. (S.B.)