Ludwig van Beethoven, Brief an Ferdinand Ries in London, Wien, 30. Januar 1819, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, NE 29
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Hörbrief
Zusammenfassung
Beethoven vertröstet Ries mit der längst versprochenen Reise nach London wegen "mancherley Umstände" (der Vormundschaftsprozess um seinen Neffen Karl) auf den darauf folgenden Winter und verspricht, dann auch die zwei Sinfonien, die er der Londoner Philharmonischen Gesellschaft zugesagt hatte, mitzubringen.
Über die schlechte Aufnahme seiner Ouvertüren zu op. 113 und op. 117 sowie op. 115 in London zeigt er sich enttäuscht, da sie in Wien und Pest sehr erfolgreich gewesen waren.
Beethoven geht sicher davon aus, Ries habe das Quintett op. 104 und die Sonate op. 106 bereits erhalten. Beide Werke sollen möglichst bald im Druck erscheinen, da sie in Wien bereits verlegt würden. Gerne liefere er auch eine Eigentumsbescheinigung. Die Metronomzahlen kündigt er für die nächste Post an.
Ries hatte Beethoven um ein Portrait gebeten, welches dieser für eine nächste Gelegenheit zusagt. Ob Beethoven je ein Portrait geschickt hat, und welches das sein könnte, ist jedoch nicht zu ermitteln. (J.R.)