Ludwig van Beethoven, Fantasie für Klavier, Chor und Orchester (c-Moll) op. 80, Partitur der Singstimmen, Partitur, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, BH 67
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Wissenswert
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Opus 80, die Fantasie für Soloklavier, Chor und Orchester, ist ein etwas kurioses Werk. Über 400 Takte lang entspinnt sich ein Dialog zwischen Klavier und Orchester, der Chor mischt sich erst für die letzten rund 200 Takte ins Geschehen ein. Die "Chorfantasie" wurde in einer Akademie Beethoven am 22. Dezember 1808 uraufgeführt. Die vorliegende autographe Partitur der Singstimmen entstand jedoch erst 1810, wahrscheinlich im Zuge der Druckvorbereitungen. Zwar diente die Stimme nicht als Stichvorlage, war jedoch ihrerseits Vorlage für eine ebensolche, wie Korrekturkreuze Beethovens mit Rötel an einigen Stellen zeigen. Auf der Rückseite der Titelseite notierte einer von Beethovens wichtigsten Kopisten, Wenzel Rampl, die Pausentakte vor Einsatz des Chores. Dieses erste Blatt ist jedoch nicht später eingefügt, sondern fester Bestandteil des Heftes. Das bedeutet, daß Beethoven entweder von Anfang an vorsah, diese Pausenübersicht an der Stelle einzufügen, oder aber daß er die Stimmen erst schrieb, nachdem der Kopist die Übersicht eingetragen hatte. In jedem Fall hatte er eine solche Übersicht im Zuge der Drucklegung schon konzipiert.(J.R.)