Ludwig van Beethoven, Brief an George Thomson in Edinburgh, Wien, 19. Februar 1813, Erstschrift
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Br 258
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Zusammenfassung
Beethoven bestätigt den Erhalt mehrerer Briefe von Thomson und ist erfreut, dass seine Kompositionen (62 Airs aus WoO 152-155, 158 bzw. op. 108) endlich angekommen sind. Er ist nicht bereit, die neun beanstandeten Werke umzuarbeiten, da jeder kleine Eingriff den Charakter einer Komposition verändere. Stattdessen liefert er grundlegend neue Kompositionen. Außer diesen neun hat er noch weitere 21 Kompositionen dem Verlagshaus Fries zur Übersendung an Thomson übergeben. Beethoven bestätigt für diese Werke den Empfang von 90 Dukaten.
Zu einzelnen Kompositionen, die sich auf dem Postweg befinden, merkt er verschiedene Details zu Ausführung und Druck oder auch zu seiner Vertonung an. Er ist erfreut, dass bei diesen Werken der Text den Melodien angepasst wird und nicht umgekehrt.
Bezüglich des Honorars ist Beethoven nicht zufrieden. Keinesfalls könne er mit dem gleichen Preis wie Haydn (der auch schon für Thomson Volkslieder vertont hatte) abgespeist werden, da seine Arbeit mit der Haydns nicht vergleichbar sei. Schließlich habe Haydn keine Ritornelle und Einleitungen verfasst und weder Duos noch Trios gesetzt, auch eine Violoncellostimme habe er nicht hinzukomponiert. Beethoven unterbreitet für verschiedene von Thomson gewünschte Auftragswerke seine Honorarvorstellungen. (J.R.)