Ludwig van Beethoven, Trio für Violine, Viola und Violoncello (G-Dur) op. 9, 1, zweites Trio zum Scherzo, Partitur, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, BH 59
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Wissenswert
Verworfenes Trio?
Ein einzeln überliefertes Notenblatt mit dem vollständigen Entwurf eines zweiten Trios zum Scherzo von op. 9 Nr. 1 aus dem Besitz Clara Schumanns. Gut zu erkennen ist die oben notierte Anschlussstelle zum Scherzo mit der abschließenden Fermate. Darunter die Überschrift "Trio IIdo" (zweites Trio) sowie Beethovens Vermerk "Das 2te Trio muß zum Einlegen geschrieben werden." Es gibt unterschiedliche Thesen zur Sinnhaftigkeit dieses Trios. Aufgrund Beethovens Aufschrift vermuten einige, diese nachträgliche Version sollte in die bereits gedruckten Stimmen eingelegt werden. Dann hätte man damit, z.B. bei einer besonderen Gelegenheit, das Scherzo ausweiten können. Das Werk wurde schon zu Beethovens Lebzeiten mehrfach nachgedruckt. Dieser Nachtrag ist jedoch nie berücksichtigt worden. Es ist daher nicht anzunehmen, dass Beethoven die Erweiterung als endgültige, verbindliche Fassung des Satzes ansah. In diesem Fall hätte er nämlich sicher auf einer Berücksichtigung in späteren Auflagen bestanden. Douglas Johnson hält es dagegen für möglich, dass Beethoven diese Fassung verwarf und aus dem Autograph entfernte, da sie zu sehr dem Trio von op. 9 Nr. 3 ähnelte. Als Erklärung für die Aufschrift über dem Satz mutmaßt Johnson, Beethoven könnte dieses zusätzliche Trio dem Widmungsträger oder einem seiner Freunde geschenkt haben. (J.R.)