Ludwig van Beethoven, Brief an Johann Nepomuk Kanka in Prag, Wien, 1. Mai 1816, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 10
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Hörbrief
Zusammenfassung
Beethoven klagt seinem Bekannten und Rechtsbeistand Kanka, er habe wieder seine ihm zustehende Pension von den Erben des Fürsten Kinsky nicht ausgezahlt bekommen. Er bittet Kanka, sich vor Ort darum kümmern. Schon während seines Streits mit den Erben Kinsky um deren Anteil an Beethovens Gehalt zwischen 1813 und 1815 hatte Kanka Beethoven beratend unterstützt.
Beethoven berichtet, er habe der Fürstin Kinsky eine Widmung (op. 94) geschickt. In einem Begleitschreiben werde auch sie darum bitten, den ihm zustehenden Teil des Rentenvertrags zu erfüllen ("in der Respektvollsten Manier um das anhalten (...), was mir rechtsmäßig zukommt"). Er verspricht außerdem, die versprochene Sonate (Violinsonate op. 96? Klaviertrio op. 97?) zu schicken, sobald sie im Druck erschienen sei (Kanka war ein großer Musikliebhaber und Bewunderer von Beethovens Werken; der Komponist hatte ihm wohl Musikalien zum Dank für seine Unterstützung versprochen). Auch will Beethoven über ein Geschenk für den Rechtsanwalt Wolf (der ihn im Rechtsstreit gegen die Familie Kinsky vertreten hatte) nachdenken.
Zuletzt erwähnt Beethoven, er habe nun seinen Neffen als Mündel zu betreuen, was ihn gleichermaßen "reicher u. ärmer" mache. (J.R.)