Sigmund Anton Steiner, Brief an Ludwig van Beethoven, Wien, 29. Dezember 1820, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Br 284
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Zusammenfassung
Beethovens Verleger Steiner übersendet drei Ouvertüren (op. 115 und Ouvertüren zu op. 113 und op. 117) zur Korrektur. Außerdem bittet er höflich aber bestimmt um die Rückzahlung des von ihm gewährten Kredits mitsamt der angesetzten (nicht unbeträchtlichen) Zinsen.
Beethoven hatte im Laufe der Jahre von 1816 bis 1818 mehrmals Geld bei Steiner aufgenommen, insgesamt 2420 Gulden Wiener Währung. Über die Tatsache, dass Steiner nun sein Geld zurückforderte, und darauf noch über 500 Gulden W. W. Zinsen verlangte, reagierte Beethoven verärgert. In den Folgejahren zerbrach daran das früher ausgesprochen gute und freundschaftliche Verhältnis zwischen dem Komponisten und dem Verleger. Beethoven hatte das Darlehen endgültig erst im April 1824 beglichen.
Auf S. 2 und 3 des Briefes (die Innenseite des Doppelblattes) merkt Beethoven mit Bleistift Überlegungen sowohl zur Tilgung als auch zu Herkunft und Zusammensetzung der Schulden an. Genaue Übertragung siehe BGA 1422 Anmerkung. (J.R.)