Ludwig van Beethoven, Brief an Breitkopf und Härtel in Leipzig, Wien, 2. Juli 1810, Abschrift
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Br 322
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Für 250 Dukaten in Gold - niedriger könne er wegen Wiener Konkurrenzangeboten nicht gehen - sagt Beethoven dem Leipziger Verleger Härtel eine ganze Reihe von Werken zu, die er in drei Lieferungen abschicken will, wobei er an den Liefertermin jeweils ein Erscheinungsdatum knüpft.
Die erste Lieferung soll bis 1. September 1810 erscheinen und enthält das Streichquartett op. 74, die Phantasie op. 77, zwei Sonaten opp. 78 und 79, Variationen op. 76 und fünf Gesänge op. 75.
Die zweite Lieferung mit einer Erscheinungsfrist zum 1. November enthält das 5. Klavierkonzert op. 73, die Chorphantasie op. 80 und drei Gesänge op. 83.
Die dritte und letzte Lieferung, sie soll zum 1. Februar des Folgejahres herauskommen, enthält die Sonate op. 81a, die vier Arietten und ein Duett op. 82 und die Partitur der Schauspielmusik zu Egmont op. 84.
In einer Anmerkung fügt Beethoven hinzu, die Egmont-Musik sei ausschließlich und exklusiv das Eigentum des Verlages Breitkopf und Härtel. Auch bestätigt er, die erste Lieferung schon zum Transport übergeben zu haben. Beethoven beruhigt Härtel, die Werke der ersten Lieferung würden keineswegs schon zuvor in England erscheinen. Noch viel weniger sei es möglich, dass davon ein Exemplar nach Deutschland gelange. Dennoch sei es kaufmännisch das Beste, die Frist 1. September einzuhalten.
Härtel misstraute dieser Zusage Beethovens und erkundigte sich über Geschäftsfreunde in London nach den dortigen Ausgaben. Tatsächlich erschienen die besagten Werke dort schon im August. Alle von Beethoven angebotenen Werke kaufte der Verlag und brachte sie innerhalb des folgenden Jahres heraus. (J.R.)