Ludwig van Beethoven, Skizzen zu Fidelio op. 72, 3. Fassung 1814, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 88
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Wissenswert
Reserviert für den 2. Akt Fidelio
Das einzelne Skizzenblatt - es trägt Notierungen zu Florestans Arie aus dem 2. Akt der Oper Fidelio op. 72 - war einmal Teil eines Skizzenbuches, wie die Stichlöcher am linken Rand beweisen. Dem Stand der Forschung nach gehörte es in ein Skizzenbuch, das sich mittlerweile innerhalb eines Konvolutes in der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz befindet und die Signatur Mus. ms. autogr. Beethoven Landsberg 9 trägt. Landsberg 9 enthält drei unterschiedliche und voneinander unabhängige Gruppen von Skizzen: von S. 1-16 Skizzen zur Hammerklaviersonate op. 106 und von S. 69-72 zum 1. Satz der 5. Sinfonie. Für Fidelio relevant und im Zusammenhang mit dem vorliegenden Skizzenblatt interessant ist der größte, mittlere Teil des Buches, die Seiten 17-68. Diese Seiten sind ganz der Arbeit zur Revision des Fidelio 1814 gewidmet. Wie die Skizzenforscher Johnson, Tyson und Winter vermuten, kann man das vorliegende Skizzenblatt in der Mitte von Landsberg 9 einordnen. Allerdings gehen sie davon aus, dass im Zuge der Überlieferungsgeschichte die Seiten von Landsberg 9 verdreht wurden. In ihrer Rekonstruktion wäre die inhaltlich logische Reihenfolge zuerst die Seiten 41-68, dann die Seiten 17-40. An der Schnittstelle zwischen diesen beiden Bündeln ordnen sie das Bonner Skizzenblatt ein. Diese These wird durch die Aufschrift auf unserem Blatt gestützt: "Musick zum 2ten Akt" schrieb Beethoven an den oberen Rand. Eine Aufschrift, die wahrscheinlich schon vor der übrigen Beschriftung des Blattes entstand und mit der Beethoven innerhalb des Skizzenbuches die zweite Hälfte vorab für seine Arbeit am 2. Akt "reservieren" wollte. (J.R.)