Ludwig van Beethoven, "Bußlied", Lied von Gellert für Singstimme und Klavier op. 48, Nr. 6, Autograph
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 30
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Wissenswert
Geistliche Oden und Lieder von Christian Fürchtegott Gellert
Abgebildet ist das Autograph des Gellert-Liedes op. 48 Nr. 6, "Bußlied". Neben dem Autograph der Nr. 5 (ebenfalls im Beethoven-Haus, Signatur HCB Mh 31), mit dem das vorliegende ehemals zusammenhing, ist dies die einzig überlieferte Eigenschrift der Lieder. Möglicherweise hat Beethoven das Bußlied nochmals überarbeitet und deshalb das Autograph aufbewahrt. Entgegen der Originalausgabe durch den Wiener Verleger Tranquillo Mollo (August 1803), in dem das Bußlied an letzter Stelle, also als Nr. 6 erschien, nummeriert Beethoven das Bußlied im vorliegenden Autograph als "N° 5". Obwohl sich das Bußlied mit seiner zweiteiligen Anlage durchaus als Abschluß und Höhepunkt einer Sammlung eignet, hatte Beethoven offensichtlich nicht an eine zyklusartige Ordnung gedacht. Dies entspricht der Konzeption der Texte aus den 54 "Geistlichen Oden und Lieder", die auch der Dichter Christian Fürchtegott Gellert nicht als Zyklus angelegt hatte. Die Gedichte Gellerts erfreuten sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts überaus großer Beliebtheit und wurden rund 560 Mal vertont. (J.R.)