Ludwig van Beethoven, Musik zu August von Kotzebues Festspiel "Die Ruinen von Athen" op. 113, Nr. 1, Chor "Tochter des mächtigen Zeus", Partitur, Überprüfte Abschrift
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Mh 51
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Wissenswert
Benefizkonzerte mit ungarischer Musik
Beethoven komponierte seine Schauspielmusiken zu "König Stephan" op. 117 und den "Ruinen von Athen" op. 113 als Auftragswerke zur Einweihung des Pester Theaters im Sommer 1811. Beide Werke mit Sujets aus der ruhmreichen Geschichte Ungarns werden heute kaum noch aufgeführt. Dies liegt nicht nur am patriotisch-schwülstigen Gegenstand, den wir als nicht mehr zeitgemäß empfinden, sondern auch an den Vertonungen, die nicht zu Beethovens allergrößten Würfen gehören. Zu seinen Lebzeiten jedoch waren sowohl König Stephan als auch die Ruinen von Athen durchaus erfolgreiche Stücke. In den Jahren 1812 und 1813 verlieh Beethoven Aufführungsmaterial der Schauspielmusiken nach Graz. Dort organisierte Joseph von Varena ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten der von den Ursulinen geführten "Mädchen-Erziehungsanstalt". Nachdem 1812 die Ouvertüren der ungarischen Musiken sehr gut gefallen hatten, entschied man sich im Folgejahr, auch noch die Chöre derselben Werke darzubieten. Da es sich um ein Benefizkonzert handelte, vergab Beethoven nicht nur die Aufführungsrechte, sondern ließ auch auf seine Kosten die Kopien anfertigen und nach Graz schicken. Die beiden vorliegenden Abschriften sind Partituren des jeweils ersten Chores für das Grazer Konzert 1813. (J.R.)