Erhaben, kurios oder modern

Beethoven-Denkmäler des 19. und 20. Jahrhunderts

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1800 - 1830

Anfänge und Vorläufer

Als Denkmal kann jedes architektonische oder plastische Monument gelten, das mit der Absicht, an eine bedeutende Persönlichkeit zu erinnern, aufgestellt wird und öffentlich zugänglich ist. In diesem Sinne kann bereits die Beethoven-Büste, die im Jahr 1812 von Franz Klein geschaffen wurde, als eine Art Beethoven-Denkmal interpretiert werden. Denn Beethovens Freund Andreas Streicher gab diese Büste in Auftrag, um sie gemeinsam mit den Bildnissen anderer verehrter Musiker der Vergangenheit in einem Saal seiner Klavierfabrik aufzustellen. In diesem Raum wurden Konzerte veranstaltet, so daß hier also bereits eine öffentliche Zugänglichkeit gewährleistet war. Zwar ist diese Plastik in ihrer Erscheinungsform noch ganz bescheiden und hat hauptsächlich das Ziel, den Komponisten zu porträtieren, jedoch ist mit ihr im Prinzip bereits das erste Beethoven-Monument entstanden.

Klein - Maske en face

Abguß der Lebendmaske Beethovens aus dem Jahr 1812

Klein, Beethoven-Büste

Franz Klein: Portraitbüste Ludwig van Beethoven (1812)

Wesentlich deutlicher ist der Aspekt der Verehrung für Beethoven dann bei dem Grabmal greifbar, das einige Freunde des Komponisten auf dem Währinger Ortsfriedhof errichten ließen. Dieses ist in seiner Form einer Gruppe von Grabmonumenten ähnlich, die am Ende des 18. und im frühen 19. Jahrhundert errichtet wurden. Dabei wurden gerne monumentale architektonische Elemente verwendet, die den Verstorbenen auf eine erhabene Art ehren und seiner Grabstätte so eine größere Bedeutung verleihen sollten. Vor allem Obelisken waren für diese bürgerlichen Grabmale sehr beliebt.

Beethovens Grabstein, Stich
Grabmal Ludwig van Beethovens auf dem Währinger Ortsfriedhof in Wien (1828)

Bald verselbständigten sich diese Erinnerungs-Monumente, und aus Grabmälern wurden bürgerliche Denkmäler. Diese konnten nun an ganz verschiedenen Orten aufgestellt werden. Ein frühes Beispiel für ein solches echtes Denkmal für einen Angehörigen des Bürgertums ist der Obelisk, der für den Hamburger Gymnasialprofessor Johann Georg Büsch errichtet wurde. Die Ähnlichkeit solcher Denkmäler mit dem Grabmal für Ludwig van Beethoven macht deutlich, daß man sich auch in Wien an solchen Vorstellungen orientierte, und daß Beethovens Grabstein an der Grenze zwischen Erinnerungsmonument und Denkmal steht.

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