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Religiöse Rezeption von Beethovens Klaviersonaten

Beginn:2008
Laufzeit:2014
Ansprechpartner:Prof. Dr. Martin Nicol
Adresse:Martin.Nicol@theologie.uni-erlangen.de
 
Beethovens Klaviersonaten seien „das Neue Testament der Musik“, meinte einst Hans von Bülow. Damit benannte er einprägsam nicht nur den Rang dieser Kompositionen, sondern auch die religiöse Erwartungshaltung, die ihnen von Publikum und Interpreten entgegen gebracht wurde.

Das Projekt (Vorlesung & Buch) geht der religiösen Rezeption von Beethovens Klaviersonaten seit dem 19. Jahrhundert nach. Die Ausführungen stützen sich auf Literatur, die zum Spielen und Hören der Sonaten anleiten will. Sonatenführer, Konzertprogramme, Schallplattenbeihefte oder lyrische Versuche zu einzelnen Sonaten erhellen interessante, mitunter auch kuriose Details der Rezeptionsgeschichte. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch Äußerungen von Pianistinnen und Pianisten über ihre innere Haltung bei der Interpretation. Analysen von Tonbeispielen setzen die verbalen Bekundungen ins Verhältnis zum tatsächlichen Beethovenspiel der letzten hundert Jahre.

Mit Bibelzitaten, mystischen Begriffen, in hymnischen Äußerungen oder gar „Bekenntnissen“ präsentieren sich die untersuchten Texte in überraschender Nähe zu religiöser Erbauungsliteratur. So wird die Klaviersonate, die keine religiöse Signatur im landläufigen Sinn mitbringt, als Gottesklang vernehmbar. Vorlesung und Buch werden eine dergestalt religiöse Beethovenerwartung nachzeichnen, kritisch beleuchten und ansatzweise im Gotteshorizont der Gegenwart verorten.