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Beethoven mit dem Manuskript der Missa solemnis, 1820 - Lithographie von Friedrich Dürck nach dem Gemälde von Joseph Stieler mit Beethovens Widmung an Franz Gerhard Wegeler

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 26

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Wissenswertes
Joseph Karl Stieler war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein sehr gefragter Portraitmaler. Von ihm stammt das heute wohl bekannteste Bildnis Ludwig van Beethovens, das seit seiner Entstehung im Frühjahr 1820 immer wieder reproduziert und kopiert wurde. Stielers Darstellung prägte entscheidend die Vorstellungen, die eine breitere Öffentlichkeit im 19. und 20. Jahrhundert von der Persönlichkeit und der äußeren Erscheinung Beethovens entwickelte. In den Augen der Nachwelt hatte der Maler in seinem idealisierenden Portrait gleichsam den schöpferischen Genius des Komponisten eingefangen.

Das Gemälde entstand im Auftrag des Ehepaars Franz und Antonie Brentano, mit denen Beethoven seit etwa 1810 freundschaftlich verbunden war. Über die Entstehungsgeschichte des Bildes geben Beethovens Konversationshefte recht detailliert Auskunft, denn der Komponist saß dem Maler viermal Modell - eine ungewöhnlich hohe Zahl von Sitzungen, da Beethoven das Stillsitzen sehr schwer gefallen sein soll.

Stielers Beethoven-Portrait zeichnet sich vor allem durch zwei neuartige Elemente aus. Zunächst zeigt es - anders als alle anderen zeitgenössischen Bilder - den Komponisten bei der Ausübung seiner Kunst. Beethoven hält einen Stift in der Hand und scheint gerade am Credo seiner "Missa solemnis" zu arbeiten. Das Notenmanuskript, das er hält, trägt auf der Vorderseite die Aufschrift: "Missa solemnis / Aus D # (das # steht für Dur)", auf der dem Komponisten zugewandten Seite ist das Wort "Credo" zu erkennen. Weiterhin zeigt Stieler im Hintergrund den Blick in eine Waldlandschaft und kombiniert damit zum ersten Mal ein Beethoven-Bildnis mit romantischen Naturmotiven. Biographische Anhaltspunkte für eine solche Darstellung lieferte ihm Beethovens bekannte Liebe zur freien Natur und seine berühmte "Sinfonia pastorale" op. 68 mit ihren eindringlichen musikalischen Naturschilderungen. Beide Motive - "Beethoven beim Komponieren" und "Beethoven in der Natur" - wurden im weiteren Verlauf des 19. und im 20. Jahrhundert sehr populär und werden von bildenden Künstlern bis in die Gegenwart hinein immer wieder dargestellt. (S.B.)

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