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Ludwig van Beethoven, 1819 - Ölgemälde von Ferdinand Schimon

Beethoven-Haus Bonn, B 1

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Wissenswertes
Ferdinand Schimon war sowohl als Maler, als auch als Sänger begabt. Er lebte und arbeitete zunächst in Wien, übersiedelte dann nach München und war dort zwischen 1821 und 1840 als Sänger an der Münchener Oper tätig. Dennoch gab er auch in diesen Jahren die Malerei nicht auf und wirkte an der Ausmalung der Loggien in der Alten Pinakothek mit.
Schimon schuf eine ganze Reihe von Musiker-Portraits, darunter die Bildnisse von Louis Spohr, Carl Maria von Weber und Ludwig van Beethoven. Die Beurteilung seines Beethoven-Bildes gestaltet sich heute problematisch. Denn Anton Schindler, der in den 1820er Jahren zum Kreis der engen Vertrauten Beethovens gehörte, berichtete, er selbst habe die Anregung für die Entstehung dieses Gemäldes gegeben. Da Beethoven dem Vorschlag, Schimon Modell zu sitzen, zunächst eher ablehnend gegenübergestanden hätte, sei das Gemälde in der Wohnung des Komponisten entstanden. Schimon habe Beethoven gemalt, während dieser komponierte. Jedoch sei er nicht mit seinem Portrait fertig geworden. Deshalb habe Beethoven ihn etwas später wieder eingeladen und ihm die Möglichkeit gegeben, die Arbeit an dem Bild - insbesondere an der Augenpartie - zu beenden. Der Komponist sei mit dem so entstandenen Portrait "ganz zufrieden" gewesen.

In wieweit dieser Bericht der historischen Wahrheit entspricht, ist zur Zeit nicht zu klären. Zwar erscheint Ferdinand Schimons Name verschiedentlich in Beethovens Konversationsheften und auch sein Beethoven-Portrait wird hier erwähnt, jedoch handelt es sich - wie die jüngere Musikforschung nachweisen konnte - bei diesen Eintragungen um nachträgliche Fälschungen Anton Schindlers. Da sich Schimons Gemälde später im Besitz Schindlers befand, liegt die Vermutung nahe, daß Schindler auf diese Weise versuchte, das Bild als besonders authentisch erscheinen zu lassen und seinen Wert dadurch zu steigern. (S.B.)

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