Logo
Startseitedigitales Archiv
Werke Werke
Texte Texte
Bilder Bilder
Suche Suche
Sinfonien Sinfonien
Übrige Orchesterwerke Übrige
 Orchesterwerke

"Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria" op. 91

Hörproben
1. Abteilung: Schlacht. - 2. Abteilung: Siegessymphonie (365 kB)

Entstehung
August bis Oktober 1813 (Fassung Panharmonikon), Oktober bis Dezember 1813 (Orchesterfassung)
Georg IV. August Friedrich Prinzregent von England gewidmet

Am 21. Juni 1813 besiegten in der Ebene von Vittoria die Truppen von Sir Arthur Wellesley Herzog von Wellington die Truppen des französischen Marschalls Jean-Baptiste Graf Jourdan und des Königs Joseph von Spanien, des älteren Bruders Napoleons. Die Nachricht dieses Sieges traf am 27. Juli in Wien ein, wo Beethoven sich an diesem Tag zufällig auch aufhielt (den restlichen Sommer verbrachte er meistenteils in Baden).

Der Tüftler, Erfinder und Musikmechaniker Johann Nepomuk Mälzel, mit dem Beethoven zu dieser Zeit befreundet war - Mälzel baute auch Hörrohre für den Komponisten - hatte als erster die Idee, aus der Niederlage der Franzosen ein Musikstück zu machen. Er überzeugte Beethoven, für seinen Musikautomaten, das sogenannte Panharmonikon, eine Siegessinfonie zu komponieren. Wahrscheinlich schon während der Übertragung auf den Zylinder des Automaten stellte Mälzel fest, wie musikalisch ausufernd Beethovens Werk geworden war - und damit wie inkommensurabel für eine Maschine, die mit abspielbaren Zylindern arbeitete. Er schlug Beethoven daher vor, die Komposition für großes Orchester umzuarbeiten und der Sieges-Sinfonie auch noch ein musikalisches Schlachtengemälde und eine Intrada voranzustellen.
Nach heutigen Maßstäben gehört "Wellington's Sieg" sicherlich nicht zu Beethovens Meisterwerken und wird ob seiner Banalität belächelt. 1813/14 traf das Werk allerdings den Zeitgeschmack und wurde für Beethoven und Mälzel zu einem rauschenden Erfolg. Zusammen mit der 7. Symphonie wurde op. 91 am 8. und 12. Dezember 1813 in einem Benefizkonzert zugunsten invalider Soldaten uraufgeführt.

Mit dem Erfolg kamen jedoch auch die Probleme: der Komponist und der Erfinder zerstritten sich über die Eigentumsrechte, da beide das außerordentlich populäre Stück allein vermarkten wollte. Als Mälzel mit der Partitur im Gepäck auf Tournee nach England ging, strengte Beethoven sogar einen Prozess an (der aber im Sande verlief) und veröffentlichte in Londoner Zeitungen einen Aufruf, dass er der rechtmäßige Besitzer des Werkes sei. Erst Jahre später legten sie ihren Zwist bei. (J.R.)

Musikhandschriften
Skizzen, HCB Mh 87

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 91, Klavierauszug, Birchall
Originalausgabe, op. 91, Stimmen, Steiner, 2363
Originalausgabe, op. 91, Partitur, Steiner, 2367
Originalausgabe, op. 91, Partitur, Steiner, 2367; Teilscan
Originalausgabe, op. 91, Stimmen, Steiner, 2368
Erstausgabe, op. 91, Klavierauszug, Steiner, 2361
Titelauflage, op. 91, Klavierauszug, Haslinger, 2361; Teilscan
Titelauflage, op. 91, Klavierauszug, Steiner, 2361; Teilscan
Titelauflage, op. 91, Stimmen, Steiner, 2365; Teilscan

Musikdrucke
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Schriftdokumente
Anschlagzettel für Beethovens musikalische Akademie im Wiener Redoutensaal am 29. November 1814
Billet an Herrn Hartmann, Wien, vor dem 23. Februar 1814
Billet an Sigmund Anton Steiner, Wien, Herbst 1815
Brief an George Thomas Smart in London, Wien, 16. und 19. März 1815
Eigentumsbestätigung für Sigmund Anton Steiner, Wien, 29. April 1815
Eigentumsbestätigung für Sigmund Anton Steiner, Wien, 20. Mai 1815
Brief an Andreas Rasumowsky, Wien, Anfang Juni 1815
Brief an Johann Peter Salomon in London, Wien, 1. Juni 1815
Brief an Andreas Rasumowsky, Wien, 5. Juni 1815
Anzeige zur Subskription auf "Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria" op. 91 von Ludwig van Beethoven
Brief an Ferdinand Ries in London, Wien, 22. November 1815
Brief an Sigmund Anton Steiner, Wien, Dezember 1815
Brief an Ferdinand Ries in London, Wien, 20. Januar 1816
Brief an Ferdinand Ries in London, Wien, 28. Februar 1816
Eigentumsbestätigung und Quittung für den Verleger Robert Birchall in London, Wien, 9. März 1816
Brief an Ferdinand Ries in London, Wien, 11. Juni 1816
Brief an Johann von Häring, Baden, 9. September 1816
Brief an Johann von Häring, Wien, Ende November 1816
Brief an Ludwig van Beethoven in Wien, London, 8. November 1816
Brief an Tobias Haslinger, Wien, 29. Dezember 1816
Anschlagzettel für ein Konzert unter der Leitung von George Smart in London am 29. Mai 1819
Brief an Ferdinand Ries in London, Wien, Anfang Mai 1823

Bilder
George IV., König von Grossbritannien (1762-1830) - Stich von Luigi Schiavonetti nach einer Zeichnung von John Wright nach einem Gemälde von Thomas Phillips, 1809
Arthur Wellesley, Herzog von Wellington (1769-1852) - Stich, Titelbild, nach 1826

Literatur
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Frankreich, Paris: Bibliothèque nationale de France, département Musique, MS-50

© Beethoven-Haus Bonn
E-Mail: bibliothek@beethoven-haus-bonn.de