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"Die Geschöpfe des Prometheus", Musik zu Salvatore Viganòs Ballett op. 43

Hörproben
Overtura. Adagio - Allegro molto e con brio (365 kB)
(Introduzione). La Tempesta. Allegro non troppo (365 kB)
1. Poco Adagio - Allegro con brio - Poco Adagio - Allegro con brio (365 kB)
2. Adagio - Allegro con brio (365 kB)
3. Allegro vivace (365 kB)
4. Maestoso - Andante (344 kB)
5. Adagio - Andante quasi Allegretto (365 kB)
6. Un poco Adagio - Allegro (344 kB)
7. Grave (365 kB)
8. Allegro con brio - Presto (365 kB)
9. Adagio - Adagio - Allegro molto (365 kB)
10. Pastorale. Allegro (365 kB)
11. Coro di Gioja. Andante (103 kB)
12. So di Gioja. Maestoso - Adagio - Allegro (365 kB)
13. Terzettino - Grotteschi. Allegro - Comodo - Coda (365 kB)
14. Solo della Signora Cassentini. Andante - Adagio - Allegro - Allegretto (365 kB)
15. Coro (e) Solo di Viganò. Andantino - Adagio - Allegro (365 kB)
16. Finale. Allegretto - Allegro molto - Presto (365 kB)

Entstehung
1800 bis Anfang (vor März) 1801
Maria Christiane Fürstin von Lichnowsky, geb. Gräfin Thun-Hohenstein gewidmet

Schon als junger Mann hatte Beethoven eine Ballettmusik geschrieben, das "Ritterballett" WoO 1 für den Bonner Karneval 1791. Zehn Jahre später war seine Lebenssituation freilich völlig anders: Er war nicht mehr der junge Protégé, der zum Besten eines Grafen für dessen Vergnügungen eine Musik komponierte und noch nicht einmal auf dem Programmheft der Veranstaltung genannt wurde. Als 1800 der Ballettmeister am Wiener Hoftheater, Salvatore Viganò, mit dem Wunsch zu Beethoven kam, für sein neues Ballett "Gli uomini di Prometeo" (Die Menschen des Prometheus) die Musik zu komponieren, war Beethoven bereits eine Berühmtheit mit großem Namen. Die Uraufführung fand am 28. März 1801 am Wiener Hofburgtheater statt. Das Ballett wurde in der Spielzeit 1801/02 insgesamt 29mal gegeben - für eine Produktion in der damaligen Zeit ein großer Erfolg. Leider sind sowohl Viganòs Choreographie als auch das Originallibretto verschollen, außer Beethovens Musik ist von dem Ballett nichts erhalten geblieben.

Details über Anlass und Auftrag zur Komposition sind nicht bekannt. Schon Mitte der 1790er Jahre hatte Beethoven Klaviervariationen über ein "Menuett à la Viganò" (WoO 68) komponiert und damit Position in einem in Wien schwelenden Ballettmeisterstreit zwischen Viganò und dessen Konkurrenten Muzzarelli bezogen. Möglicherweise zog er damit Viganòs Interesse oder gar Sympathie auf sich. Sicherlich war der junge, aufstrebende und außerordentlich begabte Komponist auch einfach eine musikalisch hervorragende Wahl des Choreographen, der für sein neues Ballett schlicht die beste Musik suchte. Normalerweise stellte Viganò sich für seine Ballette Musiken unterschiedlicher Komponisten zusammen. Der "Prometheus" ist das einzige Ballett, für das er gezielt nur einen einzigen Komponisten beauftragte.

Wie häufig, wenn sich Beethoven mit Bühnenstoffen befasste, kam das Sujet des Prometheus seiner Weltanschauung entgegen. Prometheus ist in der griechischen Mythologie ein Titan, der gegen die Anordnung der Götter aufbegehrt und den Menschen das Feuer bringt, wofür er bitter bestraft wird. Die Auflehnung des Einzelnen zum Wohl der Menschen gegen ein bestehendes Herrschaftssystem ist sicherlich einer der Mythen, die Beethovens aufklärerischen Idealen entgegenkamen. (J.R.)

op. 43, Klavierauszug, Artaria, 872, mit handschriftlichen Eintragungen Beethovens

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 43, Stimmen, Hoffmeister und Kühnel, 283
Erstausgabe, op. 43, Partitur, Breitkopf und Härtel, 11
Titelauflage, op. 43, Klavierauszug, Cappi, 872; Teilscan
Titelauflage, op. 43, Klavierauszug, Cappi, 872; Teilscan
Titelauflage, op. 43, Stimmen, Peters, 283

Musikdrucke
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Schriftdokumente
Brief an Franz Alexander Pössinger, Wien, erstes Halbjahr 1803
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 22. Januar 1803
Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 26. März 1803
Brief an Hoffmeister & Kühnel in Leipzig, Wien, etwa 20. September 1803
Eigentumsbestätigung für Artaria & Comp. über alle bis 1820 im Verlag erschienenen Werke, Wien, 4. April 1820
"Die Geschöpfe des Prometheus. Poetische Erklärung der Musik Ludwig's van Beethoven zum gleichnamigen Ballete"
"Die Geschöpfe des Prometheus. Musik von Beethoven, poetisch eingeleitet und erläutert", 1841

Bilder
Innenansicht des Burgtheaters in Wien - Anonymer Stich, veröffentlicht von Matthias Artaria, Wien, Anfang 19. Jh., Anfang 19. Jh.
Salvatore Viganò (1769-1821) - Lithographie von Pietro Bertotti nach einer Zeichnung von Angelo Magni mit der Darstellung einer von Lorenzo Bertolini stammenden Büste, um 1850?
Maria Christiane Fürstin von Lichnowsky, geb. Gräfin Thun-Hohenstein (1765-1841) - Fotografie eines Stichs von Z. Cluot oder Carl Herrmann Pfeiffer nach einem Gemälde von Joseph von Grassi, um 1910?

Literatur
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Österreich, Wien: Österreichische Nationalbibliothek
Tschechien, Nelahozeves: Roudnicka Lobkowiczka sbirka, zamek

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E-Mail: bibliothek@beethoven-haus-bonn.de