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Sonate für Klavier (c-Moll) op. 111

Hörproben
1. Maestoso - Allegro con brio ed appassionato (365 kB)
2. Arietta. Adagio molto semplice e cantabile (365 kB)

Entstehung
Ende 1821 bis Anfang 1822
Rudolph Erzherzog von Österreich gewidmet

Beethovens letzte Klaviersonaten Opus 109, 110 und 111 entstanden im Verbund: er hatte sie als Trias geplant und alle drei als ein Paket dem Verleger Schlesinger in Berlin angeboten. Der Kontakt zu Schlesinger entstand durch einen Besuch des Sohnes des Verlagsinhabers, Maurice Schlesinger, im Herbst 1819 bei Beethoven in Mödling.
Beethoven begann mit der Arbeit an op. 109 im Frühjahr 1820. Das Jahr über vertröstete er Schlesinger mehrfach und versprach immer wieder, er arbeite "jezt ohne Aufschub" und werde sicherlich die Sonaten bald liefern. Opus 109 lieferte er tatsächlich im Herbst, wandte sich dann aber zunächst den Bagatellen op. 119 und vor allem der Missa solemnis op. 123 zu (die ihrerseits schon im März 1820 hätte fertig sein sollen ...). Keine Spur von den anderen beiden Klaviersonaten.
Im März 1821 versprach Beethoven Schlesinger erneut "Die beyden Sonaten [Opus 110 und 111] folgen nun bald", in Wahrheit hatte er die Arbeit jedoch noch nicht einmal begonnen. Als Entschuldigung gab er seinen schlechten Gesundheitszustand an. Tatsächlich litt Beethoven im Sommer 1821 unter einer schweren Gelbsucht, die ihn arbeitsunfähig machte. Laut Skizzenbefund begann Beethoven die Arbeit an op. 110 im Sommer 1821, gegen Jahresende auch die Arbeit an op. 111. In den Skizzenbüchern überlappen die Entwürfe zu beiden Sonaten. Derweil wird 1821 der Druck der Klaviersonate op. 109 vorbereitet. Wegen langwieriger Korrekturgänge erscheint diese erst im November 1821.
Am 12. Dezember 1821 kündete Beethoven Schlesinger bezüglich op. 110 an, die "Sonate werden sie wohl jezt sehr bald erhalten". Das Autograph stellte er laut Datierung am 25.12.1821 fertig und schickte es zwei Wochen später nach Berlin. Der Druck geht vergleichsweise unkompliziert vonstatten, die Sonate erscheint im August oder September 1822.
Opus 111 wird kurz nach op. 110 im Frühjahr 1822 fertig gestellt. Im Gegensatz zur vorangegangenen Sonate dauert der Druck- und Herstellungsprozess von Beethovens letzter, 32. Klaviersonate lange. Beethoven dringt auf Korrekturabzüge, die er auch erhält, jedoch erst im Februar 1823 wieder zurückschickt. Die Originalausgabe erscheint im Verlag des Sohnes Maurice Schlesinger in Paris vermutlich im April 1823, bei dessen Vater in Berlin im Mai 1823. Die Ausgabe hat jedoch so viele Fehler, dass Beethoven erbost darüber den Wiener Verleger Diabelli mit einem korrigierten Nachdruck beauftragt. (J.R.)

Musikhandschriften
Autograph, op. 111, 1. Satz
Überprüfte Abschrift, op. 111

Erstausgaben
Originalausgabe, op. 111, Cappi und Diabelli, 1384; Teilscan
Originalausgabe, op. 111, Schlesinger
Originalausgabe, op. 111, Schlesinger, 1160
Originalausgabe, op. 111, Schlesinger, 1160
Titelauflage, op. 111, Schlesinger; Teilscan
Titelauflage, op. 111, Schlesinger, 1160; Teilscan
Titelauflage, op. 111, Schlesinger, 1160; Teilscan
Titelauflage, op. 111, Schlesinger, 1160; Teilscan
Frühdruck, op. 111, Cappi und Diabelli, 1384

Musikdrucke
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Schriftdokumente
Brief an Adolph Martin Schlesinger in Berlin, Wien, 20. September 1820
Brief an Adolph Martin Schlesinger in Berlin, Döbling, 7. Juni 1821
Brief an Franz Brentano in Frankfurt, Wien, 12. November 1821
Brief an Adolph Martin Schlesinger in Berlin, Wien, 12. Dezember 1821
Brief an Adolph Martin Schlesinger in Berlin, Wien, 20. Februar 1822
Brief an Ludwig van Beethoven in Wien, Paris, 3. Juli 1822
Brief an Maurice Schlesinger in Paris, Wien, 31. August 1822
Brief an Anton Diabelli, Hetzendorf, Ende Mai/Anfang Juni 1823, mit Haarlocke
Notizzettel mit einer Titelkorrektur zur Originalausgabe von op. 111
Brief an Ferdinand Ries in London, Wien, 25. Februar 1823
Brief an Louis Schlösser, Wien, 6. Mai 1823
Brief mit Fehlerverzeichnis an Wenzel Schlemmer, Hetzendorf, kurz vor oder am 3. Juni 1823
Billet an Anton Diabelli in Wien, Hetzendorf, zwischen dem 3. und 27. Juni 1823
Brief mit Fehlerverzeichnis an Maurice Schlesinger in Paris, Wien, 3. Juni 1823

Bilder
Beethovens Sonate Nr. 32 (c-moll, op. 111) - Fotografie eines Gemäldes von Radu Dragomir, um 1971

Literatur
Bibliographische Angaben im Katalog der Bibliothek

Handschriftliche Quellen in anderen Bibliotheken
Berlin: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv
Frankreich, Paris: Bibliothèque nationale de France, département Musique, MS-51 (1)
Frankreich, Paris: Bibliothèque nationale de France, département Musique, MS-51 (2)
Frankreich, Paris: Bibliothèque nationale de France, département Musique, MS-51 (4)
Frankreich, Paris: Bibliothèque nationale de France, département Musique, MS-51 (5)
Österreich, Wien: Gesellschaft der Musikfreunde, Archiv, Bibliothek und Sammlungen

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