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Ludwig van Beethoven, Brief an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien, 15. Oktober 1810, Autograph

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung H. C. Bodmer, HCB Br 92, HCB Br 91

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Zusammenfassung
Beethoven schreibt seinem Verleger in Leipzig, um diverse Korrekturen seiner letzten Werke zu besprechen. Er erklärt seine Änderungswünsche beim Quartett op. 74, um Unklarheiten zu vermeiden. Zum Flohlied op. 75,3 verlangt er, der Text möge vollständig ausgeschrieben werden und bittet um ein Korrekturexemplar.

Er weist darauf hin, auch in der Breitkopf und Härtel-Ausgabe von Haydn-Liedern seien extrem viele Fehler. Auch erinnert er an die zwei überflüssigen Takte in der Ausgabe seiner 5. Sinfonie op. 67. Beethoven betont, er sei überzeugt, der Verlag unternähme alles, um fehlerfrei zu arbeiten, dennoch hielte er eine eigene Kontrolle für sicherer - "es ist auch unangenehm für den autor sein Werk nicht korrekt zu wissen".

Bezüglich Egmont op. 84 ordnet er an, das letzte Stück solle mit "SiegesSimphonie" überschrieben werden (diese Korrektur ist in der überprüften Abschrift, die der Verlag besaß und die sich jetzt im Besitz des Beethoven-Hauses befindet - NE 64 - an der entsprechenden Stelle von fremder Hand vermerkt). Auch bittet Beethoven, diese Partitur nach dem Stich an Goethe in Weimar zu übersenden, da eine weitere Abschrift in Ermangelung eines guten Kopisten zu zeitaufwendig sei.

Beethoven legt Titel und Widmungsträger für die Variationen op. 76 fest. Des Weiteren kündigt er die Orgelstimme zur Messe op. 86 an, sowie auch die fehlenden Posaunenstimmen zum Oratorium op. 85. Beethoven wünscht, die Messe zusätzlich mit deutschem Text unterlegt zu sehen (tatsächlich enthält die Originalausgabe der Messe neben dem lateinischen auch einen deutschen Text). Weitere Widmungsträger unterschiedlicher Werke werden wie folgt bestimmt: Die Oper (op. 72) solle Stephan von Breuning gewidmet werden. Op. 86 ist Nikolaus Zmeskall zugedacht, die Lieder op. 75 der Gräfin Kinsky.

Beethoven bittet um eine neue Herausgabe der Lieder WoO 136 und WoO 137 (beide waren bereits im Frühjahr des gleichen Jahres erschienen). Er dankt für die 50 Dukaten Honorar und verspricht, die letzte Lieferung Kompositionen (opp. 81a, 82 und 83) mit der nächsten Post zu schicken. Damit sei das restliche Honorar fällig. Statt Musikalien im Wert von 80 Talern zu kaufen, wünscht Beethoven, 30 Taler in Konventionsmünze ausgezahlt zu bekommen und nur Partituren im Wert von 50 Talern zu nehmen (der Verlag hatte ihm angeboten, statt mit Geld mit Musikalien, also quasi in Naturalien zu zahlen). Er bittet um Exemplare der Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung, außerdem um alle Werke von Carl Philipp Emanuel Bach sowie die h-Moll Messe und eine Abschrift des Wohltemperierten Klaviers Johann Sebastian Bachs.

Wenn alle seine Wünsche erfüllt seien, werde er den Schein über das Eigentumsrecht unterschreiben. Die Frage einer Gesamtausgabe betreffend erbittet er sich noch Bedenkzeit.

In einer Nachschrift auf einem separaten Blatt betont Beethoven, es sei eine Lüge, dass Reissig, der Textdichter von WoO 137, die Komposition von Beethoven abgekauft und damit das Eigentumsrecht erworben habe. Beethoven unterstreicht, er habe sie aus Gefälligkeit komponiert und erklärt Breitkopf und Härtel als einzigen Eigentümer der Gesänge, die auf Texte von Reissig geschrieben wurden (WoO 137, op. 75,5 und 6). (J.R.)

Brieftext

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