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Beethovens Neffe Karl van Beethoven (1806-1858) - Fotografie einer anonymen Daguerreotypie

Beethoven-Haus Bonn, B 204/a

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Wissenswertes
Beethovens Bruder Kaspar Anton Karl heiratete im Mai 1806 Johanna Reiß, die Tochter des Tapezierers Anton Reiß. Die junge Frau erwartete zu diesem Zeitpunkt bereits ein Kind. Wenige Monate später, am 4. September 1806, wurde ihr Sohn Karl van Beethoven geboren.

Als der Vater des Jungen im Herbst 1815 starb, übernahm Ludwig van Beethoven die Vormundschaft für seinen Neffen. Da das Verhältnis des Komponisten zu seiner Schwägerin ausgesprochen belastet war, versuchte er, die Mutter Karls von der Vormundschaft für ihr Kind auszuschließen, und so entbrannte ein langwieriger Rechtsstreit, der sich bis 1820 hinzog.

Nach den Äußerungen der Zeitgenossen war Karl van Beethoven ein hübscher, begabter und musikalischer Junge, der allerdings durch den Streit zwischen seiner Mutter und seinem Onkel stark belastet wurde. Er besuchte eine Reihe verschiedener Schulen und lebte dann eine Zeitlang als Pensionär im Institut von Cajetan Giannatasio del Rio. Später wohnte er vorübergehend bei Beethoven und besuchte die Wiener Universität, bevor er 1825 an das Polytechnikum in Wien überwechselte.

Beethovens große Zuneigung und die Spannungen innerhalb der Familie übten einen zunehmenden Druck auf Karl aus, der schließlich am 6.8.1826 versuchte, sich zu erschießen. Die Verwundung war jedoch nicht lebensgefährlich, und so beschloß Beethoven auf Anraten seiner Freunde, daß sein Neffe eine militärische Laufbahn einschlagen sollte. Karl trat daraufhin Ende 1826 in das in Iglau stationierte Infanterieregiment Erzherzog Ludwig Nr. 8 ein. Dort verlief sein Leben geordneter als zuvor. Er wurde zunächst Unterleutnant, später Offizier. 1832 verließ er den Militärdienst, heiratete und betrieb anschließend als Pächter ein Gut in Niklowitz. 1836 übersiedelte er wiederum nach Wien, wo er ein normales bürgerliches Leben führte. (S.B.)

Bei der Daguerreotypie ist in der Regel von einer seitenverkehrten Wiedergabe des Motivs auszugehen. Das tatsächliche Erscheinungsbild des Neffen hat man sich also seitenrichtig so vorzustellen.

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