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Ludwig van Beethoven, Brief an Franz Gerhard Wegeler in Bonn, Wien, 29. Juni 1801, Autograph

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 17

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Zusammenfassung
Dieser Brief Beethovens an seinen Freund Franz Gerhard Wegeler in Bonn ist einer der wenigen, in denen ein tiefer Einblick in Beethovens Privatsphäre gegeben wird.

Zu Beginn beteuert Beethoven seine Freundschaft und enge Verbundenheit mit dem Jugendfreund und auch mit seiner Heimat: "ich werde diese Zeit als eine der glüklichsten Begebenheiten meines Lebens betrachten, wo ich euch wieder sehen und unsern Vater Rhein begrüßen kann." Er berichtet dann von seinen derzeitigen Lebensumständen, mit denen er sehr zufrieden ist. Fürst Lichnowsky, einer seiner Gönner, finanziere ihn mit 600 Gulden jährlich, außerdem sei der Verkauf seiner Kompositionen ein gutes Geschäft.

Erstmalig berichtet Beethoven von seinem schwächer werdenden Gehör, das er als "neidischen Dämon" seinem beruflichen Erfolg gegenüber empfindet. Auch schildert er andere gesundheitliche Probleme und deren mehr oder wenig erfolgreiche Behandlungsmethoden. Er beschreibt seine Unsicherheit und seine Verzweiflung, die die fortschreitende Gehörlosigkeit mit sich bringt, bittet den Freund aber um äußerste Diskretion. Nicht einmal seiner zukünftigen Frau Eleonore von Breuning, einer gemeinsame Freundin aus ihrer Jugendzeit, solle Wegeler das Geheimnis verraten. Beethoven fürchtet die Demütigung, die für einen erfolgreichen Musiker mit der Schwerhörigkeit einhergeht.

Beethoven erzählt, viel zusammen mit Stephan von Breuning zu unternehmen und dessen Gesellschaft sehr zu schätzen. Er verspricht ferner, seinem Freund Musikalien zuzuschicken und auch den Stich, um den Wegeler anscheinend gebeten hatte (es handelt sich wohl um eine Darstellung aus der griechischen Mythologie des Malers Heinrich Füger). Beethoven verspricht ihm außerdem einen Stich von sich selbst (Neidl nach Stainhauser). Im Gegenzug bittet er Wegeler, ihm das Portrait seines Großvaters (Radoux) zu schicken.

Dem jungen Ferdinand Ries empfiehlt Beethoven, besser nach Paris statt nach Wien zu gehen. In Wien weilten schon sehr viele Künstler, daher sei es schwer, sich dort durchzusetzen. Dennoch verspricht er, für ihn zu tun was ihm möglich sei. (J.R.)

Brieftext

Bibliothekarische Erschließung

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