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Lorenz von Breuning, Brief an Eleonore von Breuning in Bonn, Wien, 31. Mai 1796, Autograph, Fragment

Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 123

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Zusammenfassung
Fünfter von zwölf Briefen und Brieffragmenten der Brüder Lorenz (genannt Lenz) und Stephan von Breuning, die sie zwischen 1795 und 1810 aus Wien in die Heimat Bonn sandten (W 119-130). Lorenz von Breuning (1776-1798), der jüngste der vier Geschwister von Breuning, studierte ab Herbst 1794 unter Franz Gerhard Wegelers Betreuung Medizin in Wien. Einer seiner Lehrer war der Chirurgieprofessor Johann Nepomuk Hunczovsky (1752-1798), bei dem auch Wegeler während seines früheren Wienaufenthalts studiert hatte und zu dem sich eine enge Freundschaft entwickelte. Stephan (1774-1827) und Christoph von Breuning (1773-1841) folgten ihrem Bruder am 26. Dezember 1795 nach Wien. Fünf Monate später, am 30. Mai 1796, kehrten Wegeler und Christoph nach Bonn zurück. Ein weiteres halbes Jahr später, Mitte Oktober 1796, übersiedelte Stephan nach Mergentheim, um eine Stelle bei der Regierung des Deutschen Ordens anzutreten. Lorenz blieb bis Herbst 1797 in Wien. Kaum nach Bonn zurückgekehrt starb er im April 1798, erst einundzwanzigjährig. Nachdem Stephan von Breuning im Mai 1801 ein zweites Mal kurz in Wien weilte, trat er im Januar 1803 eine Stelle im Kriegsministerium an und blieb in Wien. Viele, jedoch nicht alle Briefe und Fragmente enthalten Nachrichten über Beethoven. Auch die Vettern Andreas und Bernhard Romberg, die zum Bonner Freundeskreis gehörten, hielten sich um 1796 in Wien auf.

Lorenz von Breuning antwortet auf einen Brief seiner Schwester, in dem sie ihm den Tod ihres Onkels Johann Lorenz von Breuning (1738-1796) mitgeteilt hat. Nach dem frühen Tod des Vaters der Geschwister von Breuning im Jahr 1777 hatte der Onkel Helene von Breuning bei der Erziehung der Kinder unterstützt. Am 11. Mai war er in Bonn gestorben. Lorenz von Breuning tröstet seine Schwester mit Lebensweisheiten und indem er ihr von seinen eigenen Unglück erzählt. Nicht Freude und Glück zu empfangen, sei das Lebensziel, sondern Pflichterfüllung, um der "endlosen Vollkommenheit so nahe als möglich zu treten". Schicksalsschlägen müsse man trotzen, in dem man Vernunft und Tugend stärke. In seine eigene Erschütterung über den Tod des Onkels und das Unglück der Schwester und der Mutter mischt sich Lorenz' Trauer über Franz Gerhard Wegelers und Bruder Christophs Abreise. Nach einem fröhlichen und freundschaftlichen "Abendmahle" wurden die beiden am 30. Mai um Mitternacht von Stephan und Lorenz verabschiedet und haben Wien verlassen. Lorenz hatte sich schon Tage vorher "halb berauscht", um seinen Schmerz zu betäuben. Er befürchtet, seinen einzigen Freund Wegeler nie wieder zu sehen. "Mit ihm geht die Hälfte meiner Empfindung, meiner Gefühle und meiner guten Einfälle verloren: denn er hat den Schlüssel dazu." (F.G.)

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