Pressemitteilungen

07.12.2018 Komponieren nach Beethoven

Beethoven-Haus Bonn stellt Übersicht über Kompositionen seit 1870 online, in denen Beethoven eine maßgebliche Rolle spielt

Ludwig van Beethoven zählt weltweit zu den bekanntesten Komponisten, seine Werke sind im kollektiven Bewusstsein international präsent und stehen bis heute an der Spitze der Konzertprogramme. Leicht wird darüber vergessen, welch große Bedeutung auch die kreative Beethoven-Rezeption spielt: Keine Komponistin und kein Komponist kann ohne die Kenntnis von Beethovens Musik arbeiten; der "große Vorgänger" wirkt bis heute als vielfältige Inspirationsquelle.

Im Forschungszentrum Beethoven-Archiv werden nun Kompositionen aus der Zeit von Beethovens 100. Geburtstag 1870 bis heute zusammengetragen, bei denen Beethoven eine maßgebliche Rolle spielt. Die Übersicht soll Veranstaltern und Musikern auch mit Blick auf das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 Anregungen zur Programmkonzeption geben. Eine erste Version wurde jetzt vom Beethoven-Haus auf seiner Homepage online zugänglich gemacht und ist unter www.beethoven.de/aktuelles abrufbar. Ab 2020 ist außerdem eine wissenschaftliche Auswertung geplant.

Die Liste umfasst bereits mehr als 500 Titel, alphabetisch nach Autorennamen sortiert. Sie reicht von John Adams bis Friedrich Zipp. Schon ein erster Blick garantiert auch für Musikkenner so manche Neuentdeckung, sei es die Fantasie d-Moll über zwei Themen aus der 9. Symphonie von Beethoven, op. 233 für Orgel von Wilhelm Volckmar (1870), der Galop(p) für ein Pferde-Karussel des Erzherzogs Rudolf für Schauspieler, Sprecher, Cembalo, 2 Oboen und 4 Fagotte von Jürg Wyttenbach (2008) oder das Klavierstück Alle Schlüsse von Ernst Bechert (2018).

Das Verzeichnis wird im Beethoven-Haus weiter erstellt, soll jedoch bereits jetzt als "Work in Progress" dazu anregen, ergänzende Informationen einzureichen und/oder weitere Kompositionen zu nennen. Mitteilungen werden erbeten per Mail an Dr. Beate Angelika Kraus: kraus@beethoven.de

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Komponieren nach Beethoven (1.2 MB)

 
17.12.2018 Beethovens Tauftag im Beethoven-Haus: Tag der Offenen Tür und Konzert

Das Beethoven-Haus lädt anlässlich Beethovens Tauftag zu einem Tag der Offenen Tür und zu einem Sonderkonzert ein. Am Sonntag, den 16. Dezember, gibt es im Museum bei freiem Eintritt unter dem Motto "Bildungswege" zahlreiche Programmangebote für alle Beethovenfans von jung bis alt. Das Konzert am Tauftag widmet sich einer Annäherung an Beethoven mit dem Komponisten und Bratschisten Brett Dean.

Der Australier Brett Dean, der als Bratschist viele Jahre Mitglied der Berliner Philharmoniker war, gilt als einer der international meistaufgeführten Komponisten seiner Generation. Seine Komposition "Testament" für 12 Bratschen nimmt Bezug auf Beethovens Streichquartett op. 59 Nr. 1. Beide Werke werden im Sonderkonzert zum Tauftag Beethovens am 17. Dezember um 20 Uhr im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses zu hören sein. Beethovens Streichquartett wird vom Asasello Quartett gespielt, Deans "Testament" werden 12 Bratschistinnen und Bratschisten aus den Hochschulklassen von Barbara Westphal und Volker Jacobsen aufführen. Vorher wird Brett Dean selbst auf Beethovens Bratsche spielen und in einem Gespräch seine Beziehung zu Beethoven erläutern.
Karten für das Konzert an Beethovens Tauftag sind an den bekannten Vorverkaufsstellen, im Shop des Beethoven-Hauses sowie unter www.bonnticket.de erhältlich.

Am Vortag des Tauftages lädt das Beethoven-Haus vor allem alle Bonnerinnen und Bonner und die Menschen aus der Region bei freiem Eintritt zu einem Tag der Offenen Tür im Museum ein. "Bildungswege" lautet diesmal das Motto: Welche Bildung hat Beethoven eigentlich genossen? Wie und was hat er als Kind gelernt? Zum Tag der Offenen Tür haben sich die Mitarbeiter des Beethoven-Hauses Einiges einfallen lassen, um auf spannende und spielerische Weise Antworten auf diese und andere Fragen zu geben.

Von 11:30 bis 16:30 Uhr haben Kinder, Eltern, Großeltern und andere Junggebliebene die Möglichkeit, bei einem interaktiven Rundgang selbständig Beethovens Kindheit zu erkunden. An mehreren Erzählstationen mit Musikbeispielen wird außerdem von 12-13 Uhr und 15-16 Uhr zu erfahren sein, ob Beethoven zur Schule gegangen ist, wie Kinder in reichen Familien damals gelernt haben und was die "Kartoffelferien" waren. Parallel lädt der Bastel- und Kreativbereich dazu ein auszuprobieren, wie man zur Beethovenzeit Schreiben gelernt hat und welche Materialien dabei zum Einsatz kamen.

Die aktuelle Sonderausstellung "Lichtstrahlen der Aufklärung. Die Bonner Lese-Gesellschaft - Geistiger Nährboden für Beethoven und seine Zeitgenossen" kann kurz und knackig in "Speed-Führungen" erkundet werden. Wie sich ein Museum heute gestalten und auch als Lernort präsentieren kann, wird von Museumsleiterin Nicole Kämpken erläutert, die auch erste Einblicke in die Neugestaltung der Dauerausstellung geben wird, die im Spätsommer 2019 eröffnet werden soll.

Wer mag, kann den Besuch im Beethoven-Haus am Tag der Offenen Tür im Innenhof mit einem Glas Punsch oder Glühwein samt Beethoven-Gebäck ausklingen lassen.

Der Eintritt ins Museum ist an diesem Tag frei. Das detaillierte Programm zum Tag der Offenen Tür ist unter www.beethoven.de, termine abrufbar.

Bitte beachten Sie die Abbildungen im Anhang (Credits: Beethoven-Haus Bonn bzw. Bettina Stoess).


Sonntag, 16. Dezember 2018, 11-17 Uhr
Tag der Offenen Tür: Bildungswege
Beethoven-Haus Bonn - Museum

Programm:

11:30–16:30 Uhr:
Als es noch keine Schulpflicht gab
Kindheit zu Beethovens Zeit - Interaktiver Rundgang für Kinder und Familien

11:30–16:30 Uhr:
Federkiel, Tintenfass und Schiefertafel
Bastel- und Kreativbereich für Kinder und Erwachsene

12-13 Uhr und 15-16 Uhr
Kartoffelferien, Hauslehrer und Gouvernante
Bildung zur Beethoven-Zeit bei Arm und Reich - Erzählstationen im Museum mit Musikeinspielungen
14 und 16 Uhr
Beethovens Bonner Bildungswege
Speed-Führung (20 Min.) durch die aktuelle Sonderausstellung

15 und 16:30 Uhr
Neue (Bildungs-)Wege im Museum
Führung (30 Min.) mit Museumsleiterin Dr. Nicole Kämpken

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Brett Dean (2.1 MB)
Beethoven-Haus (819.0 KB)

 
06.11.2018 Wissenschaftler tagen zum Thema Beethoven und Rossini

Am 8. und 9. November im Beethoven-Haus Bonn; am 10. November in der Hochschule für Musik und Tanz in Köln

Ludwig van Beethoven und Gioachino Rossini gelten oft als Antipoden der Musikgeschichte um 1800. Dass dies eine vereinfachende Sichtweise ist, möchte die internationale Konferenz Beethoven und Rossini in ihrer Epoche: Kontexte - Komposition - Aufführung - Rezeption zeigen, die am 8. und 9. November am Beethoven-Haus Bonn und am 10. November in der Hochschule für Musik und Tanz Köln stattfindet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs Ländern befragen anlässlich von Rossinis 150. Todestag und dem kommenden Beethoven-Jubiläum 2020 das Verhältnis der beiden Komponisten neu. Dabei werden Verbindungen zwischen beiden Komponisten aufgezeigt, Rezeptionswege in mehreren Ländern untersucht und die musikhistorische Bedeutung der beiden Komponisten neu beleuchtet. Zudem werden die historischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge, in denen sich die beiden Komponisten bewegten, reflektiert.

Das detaillierte Tagungsprogramm ist unter www.beethoven.de/singlepage/95130 abrufbar.

Als Rahmenprogramm findet am 8. November um 20:00 Uhr im Kammermusiksaal Hermann J. Abs des Beethoven-Hauses ein Konzert mit dem Pianisten Stefan Irmer, Professor für Liedgestaltung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, statt. Irmer hat eine preisgekrönte Aufnahme des Klavierwerks von Rossini vorgelegt. Er wird Werke von Beethoven, Rossini und Beethovens Schüler Ferdinand Ries kombinieren. Das Konzert auch in Zusammenarbeit mit der Ferdinand Ries-Gesellschaft statt, die mit diesem Konzert ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

Alle Interessierten sind zur Konferenz und zum Konzert herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei; für das Konzert wird eine Anmeldung unter siegert@beethoven.de erbeten.


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17.10.2019 Neue Bücher über die Bonner Hofmusik im Verlag Beethoven-Haus erschienen

Die neu eingeführte Buchreihe „Musik am Bonner kurfürstlichen Hof“ veröffentlicht neue Forschungsergebnisse zur Bonner Hofmusik in Beethovens Jugend. Die Buchreihe erscheint im Verlag Beethoven-Haus als Teil der "Schriften zur Beethoven-Forschung".

Zwei Bände liegen bereits vor: Vor einigen Tagen wurde der zweite Band "The Operatic Library of Maximilian Franz" veröffentlicht. In diesem Buch wird das Theater- und Opernleben in Bonn umfassend von den Autoren aufgearbeitet. Die Opernsammlung des Kurfürsten in ihrer Entstehung und Zusammensetzung wird beschrieben und detailliert katalogisiert. Der erste Band, der bereits im Frühjahr dieses Jahres erschienen ist, beleuchtet das facettenreiche Thema „Beethoven und andere Hofmusiker seiner Generation“. Die Bände dokumentieren die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts, das unter der Leitung von Birgit Lodes an der Universität Wien angesiedelt war. Ziel war bzw. ist es, die umfangreiche Musiksammlung des Bonner Hofes erstmals systematisch zu rekonstruieren, um ein tieferes Verständnis dafür zu erhalten, in welchen Zusammenhängen Bühnenwerke zu Beethovens Jugendzeit in Bonn aufgeführt wurden. Die Forschungen werden derzeit mit dem Schwerpunkt Kirchenmusik weitergeführt; weitere Bände sind in Vorbereitung.

Die Bücher sind unter www.beethoven.de/verlag, im Shop des Beethoven-Hauses und über den Buchhandel erhältlich. Die Reihe "Musik am Bonner kurfürstlichen Hof" kann mit einer Ermäßigung von 10% gegenüber dem gebundenen Ladenpreis und versandkostenfrei zur Fortsetzung bestellt werden.

Die Bände im einzelnen:
Beethoven und andere Hofmusiker seiner Generation.
Bericht über den internationalen musikwissenschaftlichen Kongress Bonn, 3. bis 6. Dezember 2015, hg. von Birgit Lodes, Elisabeth Reisinger und John D. Wilson (Schriften zur Beethoven-Forschung, 29 / Musik am Bonner kurfürstlichen Hof, 1).
X, 314 Seiten - 27 Abbildungen - 6 Notenbeispiele - Hardcover.
ISBN 978-3-88188-152-4.
68,00 €.

Elisabeth Reisinger, Juliane Riepe, John D. Wilson in collaboration with Birgit Lodes: The Operatic Library of Elector Maximilian Franz. Reconstruction, Catalogue, Contexts (Schriften zur Beethoven-Forschung, 30 / Musik am Bonner kurfürstlichen Hof, 2).
X, 493 Seiten - 48 Abbildungen - 3 Notenbeispiele - Hardcover.
ISBN 978-3-88188-153-1.
74,00 €.

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10.10.2018 Lewis Lockwood zum Ehrenmitglied des Vereins Beethoven-Haus ernannt

Die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft im Verein Beethoven-Haus wurde dem international renommierten amerikanischen Musikwissenschaftler Lewis Lockwood am Montag von Michael Kranz, Vorstandsvorsitzender des Vereins, und Direktor Malte Boecker überreicht. Die Mitglieder des Vereins Beethoven-Haus hatten Lockwood in ihrer Versammlung im Juli einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt.

"Mit der Ernennung des weithin geachteten und verdienten Beethoven-Forschers Lewis Lockwood möchten wir ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für einen Wissenschaftler setzen, mit dem das Beethoven-Haus seit fast einem halben Jahrhundert auf den wichtigsten Feldern der Beethoven-Biographik und -Philologie kooperiert", erläuterte Malte Boecker.

Lewis Lockwood (geb. 1930) gehört weltweit zu den bedeutendsten Beethoven-Forschern der letzten Jahrzehnte. Viele seiner zahlreichen Publikationen zu Leben, Werk und Schaffensweise Beethovens gehören längst zur Standardliteratur. Aus seinen jüngsten großen Veröffentlichungen sind ein umfassendes Kompendium zu den Symphonien, eine auch ins Deutsche übersetzte Biographie und eine Skizzenbuch-Edition besonders hervorzuheben. Lewis Lockwood hatte darüber hinaus Lehrstühle an den renommierten Universitäten in Princeton und Harvard inne. Als Präsident der American Musicological Society vertrat er zudem eine bedeutende amerikanische Institution. Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt Lewis Lockwood hohe Auszeichnungen. So wurde er u.a. zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences sowie der American Philosophical Society gewählt.

Die Beziehungen Lockwoods zum Beethoven-Haus reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Er war seitdem häufig in Bonn, um zu forschen, den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen im Beethoven-Archivs zu suchen oder an Konferenzen teilzunehmen. Als ein Ergebnis der fruchtbaren Zusammenarbeit erschien 2015 im hauseigenen Verlag die Faksimile-Ausgabe von Beethovens Cello-Sonate A-Dur op. 69, an der Lockwood als Mitherausgeber beteiligt war.

Bitte beachten Sie das Foto von der Überrechung der Urkunde im Anhang.

Bildlegende (v.l.): Michael Kranz, Vorsitzender des Vorstands des Vereins Beethoven-Haus, Lewis Lockwood, Malte Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses

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Lewis Loockwood (1.6 MB)

 
30.08.2018 Beethoven-Haus erwirbt zwei bedeutende Beethoven-Handschriften

Auf einer Auktion in Paris konnte das Bonner Beethoven-Haus zwei besondere Beethoven-Autographe erwerben. Beide Originalhandschriften waren bis vor kurzem unbekannt, bei beiden handelt es sich um ein nationales Kulturgut ersten Ranges. Der Ankauf ist auch insofern bemerkenswert, als das Beethoven-Haus in den letzten Jahren häufig das Nachsehen gehabt hatte: Ein Investmentfonds auf Handschriften zahlte nahezu jeden Preis und erhielt deshalb oft den Zuschlag. Nachdem dieser Fonds vom französischen Staat geschlossen worden war, kamen am 20. Juni in Paris auf einen Schlag zahlreiche Komponisten-Handschriften auf den Markt, darunter vier Beethoven-Autographe.

Zwei davon hatte das Beethoven-Haus schon früher zu erwerben versucht – nämlich einen Brief des jungen Beethoven an seinen Bonner Jugendfreund Heinrich von Struve und das Autograph des Liedes „Ruf vom Berge“ WoO 147. Dank der Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Kulturstiftung der Länder, die im Rahmen einer Finanzierungskoalition je ein Drittel der Kaufsumme bereitstellten, konnten diese beiden Stücke nun für die Sammlung des Hauses gesichert werden.

"Der Erwerb der autographen Kostbarkeiten ist ein großer Gewinn für das Bonner Beethoven-Haus als Ort der umfassenden Pflege und Vermittlung des Werkes dieses weltweit so bedeutenden Komponisten", erklärt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. "Ich freue mich deshalb sehr, dass diese kulturhistorisch wichtigen Originalhandschriften Ludwig van Beethovens mit Mitteln aus meinem Kulturetat angekauft werden konnten. Ein weiteres Mal ist es uns so gelungen, national wertvolles Kulturgut für das Beethoven-Haus zu sichern und dauerhaft der weiteren wissenschaftlichen Aufarbeitung wie auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen."

"Das Beethoven-Haus Bonn ist als Archiv und als Forschungsstätte zu Leben und Werk Ludwig van Beethovens weltweit einzigartig. Ich bin froh, dass mit dem vom Land geförderten Ankauf der beiden Autographen die Sammlung in Bonn um zwei wichtige Exponate bereichert werden kann. Im Jahr 2020 wird das Beethoven-Haus in Bonn im Zentrum der Aktivitäten rund um den 250. Geburtstag Beethovens stehen und mit seiner herausragenden Sammlung Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt beeindrucken", sagt Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, begrüßt das Vorhaben des Beethoven-Hauses, die Manuskripte öffentlich zugänglich zu machen: "Die öffentliche Präsentation der beiden bisher unbekannten Handschriften im Original wie auch digital durch das Bonner Beethoven-Haus freut uns sehr. Im Schulterschluss mit Bund und Ländern ist es uns gelungen, Autographen, die jahrelang als Investmentanlagen in Depots lagerten, zugänglich zu sichern."

Die Handschrift des Liedes WoO 147 galt seit langem als verschollen und tauchte erstmals 2004 auf dem Autographenmarkt auf. Beethoven hatte diese Niederschrift dem Librettisten seiner Oper "Fidelio", Friedrich Treitschke, geschenkt, der auch den Text des Liedes verfasst hatte. Auf dem Titelblatt hielt Beethoven eine Widmung für ihn fest: "Für Seine Wohlgebohren H: v. Treischke bester Dichter u. Trachter von den Ufern der Wien bis zum Amazonen Fluß. – Von L. v. Beethoven am 13ten WinterMonath [November] 1816". Eine Version des Liedes war 1817 als Musikbeilage in Treitschkes Gedichtband erschienen. Im Beethoven-Haus befindet sich bereits seit 1956 in der Sammlung Bodmer ein Brief, in dem Beethoven den Dichter bittet, die Musikhandschrift dem Verleger Steiner zu übergeben, "damit das Gestochene, welches von Fehlern zerstochen, sogleich wieder, wie es seyn muß, gestochen werden kann, u zwar um so mehr, weil sonst auf das Dichten u. Trachten ganz erschrechlich gestochen u. gehauen wird werden." Entweder hatte Treitschke dieser Bitte nicht entsprochen oder der Verlag hatte kein Interesse, jedenfalls erschien nie eine revidierte Ausgabe des Liedes bei Steiner. Vergleicht man das neu erworbene Autograph mit der bisher bekannten Version des Liedes, so finden sich tatsächlich etliche Varianten im Notentext. "Wir können also nun endlich dem Wunsch Beethovens entsprechen und die Version des Liedes in die Welt bringen, die er veröffentlicht haben wollte", freut sich Julia Ronge, designierte Kustodin des Beethoven-Hauses.

Noch bemerkenswerter ist der Brief Beethovens an Heinrich von Struve. Er tauchte erst 2012 im Autographenhandel auf und war bis dato gänzlich unbekannt. Der Brief hat ein extrem kleines Format, er ist nicht größer als ein Handteller. Sein Inhalt ist dafür umso bedeutender. Struve war wie sein Vater und seine Brüder Diplomat in russischen Diensten. Im Frühjahr 1795 hatte er in Wien seine Freunde Beethoven, Lorenz von Breuning und Franz Gerhard Wegeler besucht und war dann nach Russland weitergereist. Offenbar hatte er nach Wien geschrieben, denn Beethoven bedankt sich zunächst überschwänglich. Was dann folgt, sind rare Einblicke in Beethovens politische Überzeugungen und die Ansichten des Bonner Zehrgarten-Freundeskreises: "du bist also jezt in dem Kalten Lande wo die Menscheit noch so sehr unter ihrer Würde behandelt wird, ich weiß gewiß, daß dir da manches begegnen wird, was wider deine Denkungs-Art, dein Herz, und überhaupt wider dein ganzes Gefühl ist. wann wird auch der Zeitpunkt kommen wo es nur Menschen geben wird, wir werden wohl diesen glücklichen Zeitpunkt nur an einigen Orten heran nahen sehen, aber allgemein – das werden wir nicht sehen, da werden wohl noch Jahrhunderte vorübergehen."

"Mit diesem anrührenden Brief kommen wir der progressiven Haltung Beethovens und seines Bonner Freundeskreises zu den Idealen der französischen Revolution besonders nahe", erläutert Beethoven-Haus-Direktor Malte Boecker die Bedeutung des Briefes.

Der 1889 gegründete Verein Beethoven-Haus Bonn gilt als das international führende Beethoven-Zentrum. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Beethovens Leben, Werk und Wirken lebendig zu halten. Zu der kulturellen Einrichtung gehört die weltweit bedeutendste Beethoven-Sammlung, das Museum in Beethovens Geburtshaus mit über 100.000 Besuchern pro Jahr, eine musikwissenschaftliche Forschungsabteilung nebst Bibliothek und Verlag sowie der Kammermusiksaal Hermann J. Abs. Getragen von rund 900 Freunden, Förderern und Mitgliedern aus über 20 Ländern, unterstützt von Bund, Land NRW, Landschaftsverband Rheinland und Stadt Bonn, erfüllt das Beethoven-Haus einen kulturellen Auftrag von nationaler und internationaler Bedeutung. Als Präsidentin fungiert seit 2013 die namhafte Viola-Virtuosin, Kammermusikerin und Professorin Tabea Zimmermann. 2016 wurde unter dem Dach der Stiftung Beethoven-Haus die gemeinnützige Beethoven Jubiläums Gesellschaft gegründet, die die Koordination und Vermarktung von Beethovens 250. Geburtstag im Jahre 2020 verantwortet.


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Brief Beethovens an Heinrich von Struve (S. 1 und 4); Beethoven-Haus Bonn (253.1 KB)
"Ruf vom Berge" WoO 147 (1.5 MB)

 
10.08.2018 Auf den Spuren Beethovens

Der 9. Kammermusik-Meisterkurs im Beethoven-Haus endete gestern mit einem Abschlusskonzert der sechs Teilnehmer. Mehr als 400 Besucher verfolgten während der Kurstage, wie Dozent Ronald Brautigam den jungen Musikern Beethovens Klavier-Werke vermittelte.

Nach drei Tagen intensiven und konzentrierten Unterrichts bei ihrem Dozenten, dem niederländischen Pianisten Ronald Brautigam, präsentierten sich am Donnerstag die sechs Teilnehmer des diesjährigen Kammermusik-Meisterkurses in einem Abschlusskonzert im vollbesetzten Kammermusiksaal. Wer zuvor die öffentlichen Proben besucht hatte, konnte sich nun von den Ergebnissen des Kurses der vier Meisterschüler überzeugen. "Es war so spannend zu erleben, wie sich die jungen Pianisten von Stunde zu Stunde weiterentwickelten", meinte ein Besucher, der alle öffentlichen Unterrichtsstunden und das Abschlusskonzerte besucht hatte.

Auf dem Programm standen die Sonaten op. 2 Nr. 3, gespielt von Natalia Lentas aus Polen, op. 27 Nr. 2 (Mondschein-Sonate, gespielt von Vinsenso Husin aus Indonesien), op. 81a (Les Adieux, interpretiert von der Schweizerin Gracia Steinemann) und op. 110 (gespielt von der Rumänin Laura Chihaia) sowie die Sonate op. 90 und die Fantasie op. 77 (gespielt von den beiden Niederländern Matthijs van Wijhe und Abel Hox). Ronald Brautigam saß im Publikum und hörte seinen Meisterschülern kritisch zu.

Die Pianistinnen und Pianisten äußerten sich schon während der Proben begeistert über den Meisterkurs im Beethoven-Haus, der aus dem Unterricht bei Ronald Brautigam, einem Studium der Quellen zu den Klavier-Werken Beethovens aus der bedeutenden Sammlung und natürlich einem Besuch des Beethoven-Hauses bestand. Ronald Brautigam zeigte sich als sehr versierter und humorvoller Lehrer, der die musikalischen Inhalte bildreich und humorvoll vermittelte und seinen Schülern auch den ein oder anderen kleinen Trick verriet. Julia Ronge, designierte Kustodin und wissenschaftlicher Mitarbeiterin im Beethoven-Archiv, hatte eigens für die Teilnehmer des Meisterkurses einige Originalhandschriften zu den im Kurs erarbeiteten Werken aus dem Tresor geholt und zeigte beispielhaft, was aus den Quellen ablesbar ist. "Die Möglichkeit, Autographen von Beethoven sehen zu dürfen, war etwas ganz besonderes. Die Handschriften haben eine Aura und man kommt Beethoven so sehr nahe", beschrieb Natalia Lentas ihre Eindrücke.

Die Internationalen Beethoven Meisterkurse des Beethoven-Hauses werden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Sie finden seit 2006 statt, zunächst als Dirigierkurse, seit 2010 auch als Kammermusikkurse. Zu den Dozenten gehörten neben dem Dirigenten Kurt Masur, der die Kurse ins Leben gerufen hatte, u.a. Alfred Brendel, das Artemis Quartett, Tabea Zimmermann, Andreas Staier und Andràs Schiff.

Fotos vom Meisterkurs und vom Abschlusskonzert werden auf Anfrage gerne zugeschickt.

Kontakt:

Ursula Timmer-Fontani
Projektleitung Meisterkurse
timmer-fontani@beethoven.de
Tel. 0228 98175-16

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17.05.2018 Beethoven-Haus Bonn erwirbt die Sammlung der Lese- und Erholungsgesellschaft Bonn und präsentiert sie in einer neuen Sonderausstellung

Das Beethoven-Haus hat die Bilder- und Büchersammlung der Lese- und Erholungsgesellschaft Bonn erworben, die bedeutende Objekte zur Prägung des jungen Beethoven in Bonn enthält. Unter dem Titel "Lichtstrahlen der Aufklärung" zeigt die aktuelle Sonderausstellung im Museum die Bonner Lese-Gesellschaft als geistigen Nährboden für Beethoven und seine Zeitgenossen.

Seit 1969 befinden sich bereits sieben Portraits von wichtigen Bezugspersonen des jungen Beethoven aus der Sammlung der Bonner Lese- und Erholungsgesellschaft von 1787 in der Obhut des Beethoven-Hauses. Nun galt es, die Sammlung als Ganzes zu sichern und eine dauerhaft qualifizierte Betreuung zu garantieren. Mit der freundlichen Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaften des Landes NRW, der Kulturstiftung der Länder, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie mit Hilfe eines privaten Förderers konnte das Beethoven-Haus die Bilder- und Büchersammlung der Lese, wie sie von ihren Mitgliedern und im Volksmund genannt wird, übernehmen. Die Sammlung besteht aus 30 Ölgemälden (vorwiegend Portraits) von bedeutendem kulturhistorischem Wert, 20 Graphiken des 18. Jahrhunderts, einigen historischen Fotos sowie der Bibliothek, zu der zahlreiche Bücher zählen, die bereits in der Frühzeit der Lese angeschafft wurden.

Das Beethoven-Haus nimmt die Erwerbung zum Anlass, in Kooperation mit der Lese eine Sonderausstellung zu präsentieren. Anhand der Lese-Sammlung, der Altbestände des Beethoven-Hauses sowie mit Leihgaben u.a. der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn wird anschaulich gezeigt, dass die Vereinigung ein Hort der Aufklärung war und prägenden Einfluss auf den jungen Beethoven ausübte. Lese-Gesellschaften waren zwischen 1770 und 1830 überall in Europa zu finden. Ihre Mitglieder verpflichteten sich auf gemeinsame Wertvorstellungen. Die Vervollkommnung des einzelnen wie der Gesellschaft war das Ziel, das u.a. durch religiöse Toleranz und die Gleichwertigkeit der Stände erreicht werden sollte. Führende Köpfe der Lese waren Lehrer, Kollegen in der Hofkapelle und Freunde Beethovens. Studenten war die Mitgliedschaft zu deren eigenem Vorteil verwehrt. Als aber 1790 Kaiser Joseph II., der ältere Bruder von Kurfürst Max Franz, dem Protektor der Lese, starb, erteilte die Lese dem 19-jährigen Beethoven den Auftrag, eine Kantate auf dessen Tod zu komponieren, was zu seinem bis dahin bedeutendsten Werk führte.

Die Ausstellung beleuchtet auch das Bildungssystem in Bonn, wo es seit 1774 eine kurfürstliche Akademie gab, die 1784 zur Universität erhoben wurde. Als philologische Abteilung waren ihr die Gymnasialklassen eingegliedert. Die Akademie war nur 50 Meter vom Beethoven-Haus entfernt im ehemaligen Jesuiten-Gymnasium gegenüber der Namen-Jesu-Kirche untergebracht. Der 18-jährige Beethoven schrieb sich hier für den Cursus ein. Weitere Themen der Ausstellung, die von Alexander Wolfshohl, dem Archivar der Lese, ko-kuratiert wurde, sind Menschenwürde, Pressefreiheit und Literatur in Bonn sowie der Besuch von Joseph Haydn in der Lese.

Abbildungen zur Sonderausstellung:
Der Bonner Marktplatz mit Rathaus und Zehrgarten beim Besuch des Koadjutors Maximilian Franz in Bonn, 1780, Ölgemälde von Franz Rousseau (Beethoven-Haus Bonn, B 2241)
Das Gästebuch der Lese mit dem Eintrag des Besuchs von Joseph Haydn am 25. Dezember 1790: "Josephus Haydn mp fürst. Esterhazischer Capellmeister" (Lese- und Erholungsgesellschaft Bonn)
Ludwig van Beethoven, 1815, Ölgemälde von Willibrord Joseph Mähler, Wien, um 1815 (Beethoven-Haus Bonn, B 1947)
Johann Peter Salomon, Gemälde von James Lonsdale, London, um 1815 (Geschenk Salomons an die Lese-Gesellschaft; Beethoven-Haus Bonn, B 2045)

Sonderausstellung im Beethoven-Haus
Lichtstrahlen der Aufklärung
Die Bonner Lese-Gesellschaft – Geistiger Nährboden für Beethoven und seine Zeitgenossen
18. Mai 2018 bis 31. Januar 2019
Öffnungszeiten des Museums:
April bis Oktober: täglich 10-18 Uhr
November bis Januar: Mo-Sa 10-17 Uhr; So 11-17 Uhr

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08.08.2017 Spendenaufruf für das neue Beethoven-Haus

Der Verein Beethoven-Haus bittet um Unterstützung für die neue Dauerausstellung in Beethovens Geburtshaus. Bis 2019 sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Der Fehlbetrag von 600 TEUR soll durch Spenden und Sponsoring zusammen getragen werden.

Mit Hochdruck wird im Beethoven-Haus zur Zeit an dem Konzept für die neue Dauerausstellung gearbeitet, die schon 2019 in Beethovens Geburtshaus eröffnen werden soll. Das Museum wird einer vollständigen Neugestaltung unterzogen, und es ist eine räumliche Erweiterung auf das Nachbarhaus in der Bonngasse 21 vorgesehen. Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr sollen sich Besucher aus aller Welt von einer zeitgemäßen Präsentation und von modernen Vermittlungsangeboten für Ludwig van Beethoven begeistern lassen. Mit der Neugestaltung wurde das renommierte Schweizer Büro Holzer Kobler Architekturen mit Sitz in Zürich und Berlin beauftragt, das bereits sehr erfolgreich für zahlreiche andere Museen tätig war.

Noch besteht jedoch eine Finanzierungslücke, die der Verein Beethoven-Haus schließen muss, damit alle Maßnahmen wie geplant umgesetzt werden können. Insgesamt sind für das umfangreiche Vorhaben 3 Millionen Euro veranschlagt. Von der Bundesregierung, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Landschaftsverband Rheinland liegen bereits Zusagen für eine Beteiligung in Höhe von insgesamt 2,4 Millionen Euro vor. Die fehlenden 600.000 Euro muss das Beethoven-Haus selbst aufbringen und hat dazu nun einen Spendenaufruf veröffentlicht. Malte Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses, ist zuversichtlich: "Es sind bereits jetzt einige größere Spenden eingegangen, und es liegen uns noch weitere Zusagen vor." Daher hofft man im Beethoven-Haus, die Lücke mit Hilfe zahlreicher Beethoven-Freunde bald schließen zu können.

"Im Jubiläumsjahr wird Bonn als Geburtsort Beethovens im Zentrum der Aufmerksamkeit aller Beethoven-Freunde weltweit stehen, und Beethovens Geburtshaus wird eine der Hauptattraktionen in diesem Jahr sein. Jeder kann helfen und dazu beitragen, dass wir der Welt zum Jubiläumsjahr 2020 ein neues Beethoven-Haus präsentieren können. Jede Spende zählt", bekräftigt Boecker.

Spenden, die bis zum 30. September 2017 zugesagt oder überwiesen werden, wirken sich besonders positiv aus: Das Kuratoriums der Stiftung Beethoven-Haus hat zugesagt, diese bis zu einer bestimmten Höhe zu verdoppeln. Außerdem winkt noch ein anderer Anreiz: Unter den Spendern, deren Spendeneingang bis Ende September verzeichnet wird, werden zwei Ehrenkarten für zwei Benefiz-Konzerte für das Beethoven-Haus verlost, die zu Beethovens Geburtstag im Dezember 2020 geplant sind.

Über die Fördermöglichkeiten informiert eine Broschüre (siehe Anhang unten), die das Beethoven-Haus dazu eigens veröffentlich hat. Sie ist im Shop des Beethoven-Hauses erhältlich und im Internet hier abrufbar. Wer die Broschüre zugeschickt haben möchte, kann sich an das Sekretariat des Beethoven-Hauses wenden: sekretariat@beethoven.de, Tel. 0228 98175-11.


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Spendenbroschüre "Das neue Beethoven-Haus" (834.4 KB)

 
24.03.2017 Neugestaltung des Beethoven-Hauses nimmt konkrete Formen an

Auftrag zur Neukonzeption der Ausstellungs- und Servicebereiche des Museums geht an das Schweizer Architekturbüro Holzer Kobler

Beethovens Geburtshaus in Bonn gehört weltweit zu den meistbesuchten Musikermuseen und wird im Jubiläumsjahr 2020 einer der zentralen Orte für Beethovenfreunde aus aller Welt sein. Eines der wichtigsten Projekte des Beethoven-Hauses mit Blick auf 2020 ist die Neugestaltung der Dauerausstellung. "Ziel ist es, Beethoven spätestens 2020 in einem räumlich erweiterten Museum zeitgemäß zu präsentieren und zu vermitteln", so Malte Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses.

Aus einem europaweiten Wettbewerb zur Auftragsvergabe ist nun das Büro Holzer Kobler Architekturen mit Sitz in Zürich und Berlin als Gewinner hervorgegangen. Zu den jüngsten Arbeiten der Schweizer Architekten zählen die Dauerausstellung der Gedenkstätte Buchenwald und die Ausstellung in der neuen GRIMMWELT auf dem Kasseler Weinberg. Barbara Holzer freut sich auf die neue und, wie sie sagt, spannende Herausforderung für das Architekturbüro: "Mit der neuen Dauerausstellung wird das Leben und Werk einer einmaligen Künstlerpersönlichkeit präsentiert. Die Relevanz von Ludwig van Beethovens Pionierleistungen ist auch für ein heutiges Publikum ungebrochen. Als authentischer Ort nimmt das Beethoven-Haus selbst einen besonderen Stellenwert ein; Kultur- und Musikgeschichte mit internationaler Ausstrahlung wird hier lokal erlebbar."

Aus einem Bewerberfeld von 19 Gestaltungsbüros hatten sich zunächst fünf renommierte Büros qualifiziert. Diese wurden beauftragt, mehrere Ideenskizzen und Lösungsvorschläge für verschiedene Teilbereiche der Gesamtaufgabe zu erarbeiten, um sich mit ihrer individuellen Handschrift und Arbeitsweise vorzustellen.
Nach eingehender Bewertung aller Präsentationen und Beiträge gelangte die Jury zu einem einstimmigen Ergebnis. Jurymitglied Philipp Teufel, Professor für Exhibition Design an der Peter Behrens School of Arts/Hochschule Düsseldorf, erläutert: "Der Wettbewerbsentwurf von Holzer Kobler Architekturen für die Neugestaltung des Beethoven-Hauses schafft überzeugend den Spagat zwischen einem sensiblen Umgang mit der denkmalgeschützten Architektur und einem zukunftsorientierten Umgang mit der Präsentation der historischen Sammlungsbestände. Insgesamt überzeugt der Entwurf durch eine angemessene und unaufgeregte Ästhetik, offen für einen intensiven Dialog zwischen Szenografie und Museumskompetenz".

"Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den erfahrenen Museumsgestaltern", so Nicole Kämpken, Projektleiterin im Beethoven-Haus. Neben der Neugestaltung der Dauerausstellung und eines getrennten Sonderausstellungsbereichs ist auch eine räumliche Erweiterung vorgesehen. In dem gegenüberliegenden Haus Bonngasse 21 sollen drei Etagen genutzt werden. Dort soll es einen größeren Museumsshop mit kleinem Café geben sowie zusätzliche Seminarräume. Bis zum Herbst wird das Büro Holzer Kobler mit dem Team des Beethoven-Hauses das gestalterische Grobkonzept erarbeiten. Diese Konzeptionsphase ist bereits durch Zuwendungen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Landschaftsverbands Rheinland finanziert.

Für das Projekt ist ein Gesamtvolumen von 3 Millionen Euro veranschlagt, das zu wesentlichen Teilen durch den Bund und das Land NRW finanziert wird. Die Finanzierung des Restbetrages übernimmt die Stiftung Beethoven-Haus. "Wir suchen Spender, Zustifter und Sponsoren, die sich mit uns für die zeitgemäße Präsentation und Vermittlung Beethovens im Museum engagieren. Das Beethoven-Haus ist die Visitenkarte Bonns für kulturell interessierte Menschen aus aller Welt. Wir müssen jetzt investieren, damit die Keimzelle der Beethovenstadt Bonn 2020 in neuem Licht erstrahlt", wirbt Malte Boecker um Unterstützung.


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01.03.2017 Auftakt der Vorbereitungen zu "Beethoven 2020" in London

Auf Einladung der Deutschen Botschaft in London und der Royal Philharmonic Society (RPS) trafen sich gestern 30 Vertreter führender britischer Orchester und Konzerthäuser, um ihre Planungen zu Beethovens 250. Geburtstag abzustimmen. Der deutsche Botschafter in Großbritannien, Dr. Peter Ammon, und John Gilhooly, Vorsitzender der Royal Philharmonic Society, betonten unter der berühmten der RPS gehörenden Beethoven-Büste von Johann Nepomuk Schaller (1777-1842) die engen Verbindungen zwischen Beethoven und der 1813 gegründeten philharmonischen Gesellschaft, die u.a. den Kompositionsauftrag zur neunten Symphonie erteilt hatte. Dies verpflichte dazu, so Gilhoolly, Beethoven auch in England umfassend zu würdigen. Die Philharmonische Gesellschaft verstehe sich dabei als die Dachorganisation, die die unterschiedlichen Aktivitäten koordiniert, vernetzt und fördert.

Aus Bonn nahm Malte Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses und Aufsichtsratsvorsitzender der Beethoven Jubiläums Gesellschaft, an dem Treffen teil. Er informierte über den Stand der Planungen zum Jubiläum, die in Bonn unter der Dachmarke BTHVN2020 koordiniert werden. Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass die britischen Institutionen und das Beethoven-Haus ähnliche Ansätze verfolgen: "Es geht uns darum, mit Beethoven wieder den radikalen Künstler erlebbar zu machen, der seiner Zeit voraus war, visionär vorging, Dinge verändern und Grenzen überschreiten wollte", äußerte sich Rosemary Johnson, Geschäftsführerin der RPS. "Wir wollen diesen aufregenden Künstler möglichst allen Schulkindern in England nahe bringen und das Jubiläumsjahr nutzen, um über die Rolle von Komponisten und den Wert des Hörens in der Gesellschaft zu reflektieren." Charlotte Schwarzer, Kulturattaché der Deutschen Botschaft, zog nach dem Treffen eine positive Bilanz: "Die Saat für internationale Kooperationen zwischen Deutschland und England zu Beethoven 2020 ist gelegt."

Bitte beachten Sie das unten angefügte Foto.
BU: John Gilhooly, RPS, Charlotte Schwarzer, Kulturattaché, Malte Boecker, Beethoven-Haus Bonn.


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