Das "Pasqualati-Haus", Wien I, Mölkerbastei Nr. 8
(Radierung von Lila Gruner, 1910)


Das Pasqualati-Haus
Beethoven liebte an seiner Wohnung im "Pasqualati-Haus" besonders die schöne Aussicht von der Bastei, einst Teil der Befestigungsanlagen, über das "Glacis", einem Grüngürtel von mehreren hundert Metern Breite. Nach den Erinnerungen von Gerhard von Breuning sei Beethoven von dem weiten Blick so fasziniert gewesen, daß er ohne den Vermieter zu fragen, einen Maurer beauftragt habe, einen Fensterdurchbruch nach Osten, zum Prater hin, zu schaffen. Der kühne Plan wurde allerdings vereitelt.

Diese und andere Beschreibungen nähren aber die Zweifel, daß es sich bei der heutigen Beethoven-Gedenkstätte im Pasqualati-Haus tatsächlich um Beethovens Wohnung handelt. Diese wird vielmehr ebenfalls im 4. Stock, aber rechts vis-à-vis gelegen haben. Als Beethoven Ende 1813 dieses Haus endgültig verließ, bezog er übrigens bis zum Sommer 1815 eine Wohnung im Nachbarhaus.

Im Pasqualati-Haus entstand eine Vielzahl von bedeutenden Kompositionen. Herausgehoben seien die beiden ersten Fassungen seiner Oper Fidelio, das Violinkonzert sowie die 5. und 6. Sinfonie.