Das Beethoven-Haus in Heiligenstadt (Wien XIX), Probusgasse 6
(Anonyme Fotografie, um 1910)


Beethoven-Haus in Heiligenstadt
Das sogenannte "Testaments-Haus" in der Heiligenstädter Probusgasse 6 galt lang als das Haus, in dem Beethoven im Oktober 1802 jenes an seine Brüder gerichtete Schriftstück verfaßte, das heute als "Heiligenstädter Testament" bezeichnet wird. Beethoven offenbart darin seine aus der zunehmenden Schwerhörigkeit erwachsenden Sorgen und Nöte. Die Identifizierung des Hauses erfolgte im Jahre 1890 durch Josef Böck, Ehrenmitglied des Heiligenstädter Männergesangvereins "Beethoven". Dies geschah nicht zufällig genau im Jahr, nachdem in Bonn der Verein Beethoven-Haus gegründet und Beethovens Geburtshaus der Nachwelt als Gedenkstätte gesichert worden war. Dies hatte nämlich eine allgemeine Rückbesinnung auf Beethovens Wohnstätten zur Folge.

Erst neuere Forschungen von Walther Brauneis haben ergeben, daß der Wohntrakt, in dem Beethoven gewohnt haben soll und in dem sich heute die Beethoven-Gedenkstätte des Historischen Museums der Stadt Wien befindet (straßenseitig ergänzt durch jene der Wiener Beethoven-Gesellschaft), erst 1807 nach einem Großbrand erbaut wurde, also keinesfalls authentisch sein kann. Es gibt aber auch Hinweise, dass Beethoven im Sommer 1802, als er im Heiligenstädter Kurbad Linderung für sein Gehörleiden suchte, in einem anderen Haus logiert haben könnte.