Das Gebäude im 19. und 20. Jahrhundert

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr das Haus Bonngasse 20 eine wechselvolle Geschichte. Nachdem man 1836 zunächst die Haustür zu einem "Thoreingang" verbreitert hatte, wurde 1873 im Erdgeschoss eine Wirtschaft mit dem Namen "Beethoven's Geburtshaus" eröffnet. Gleichzeitig mit der Wirtsfamilie bewohnten drei Handwerkerfamilien die übrigen Räume. 1887 wurde die Wirtschaft durch eine "Bier- und Concerthalle" im Hof erweitert. 1888 übernahm ein Kolonialwarenhändler das Haus, bot es aber 1889 schon wieder zum Verkauf an.

Da die Stadt Bonn am Ankauf des Hauses nicht interessiert war, gründete sich 1889 der Verein Beethoven-Haus mit dem Ziel, das Haus zu erwerben und als Gedenkstätte zu erhalten. Wesentliche Teile des Gebäudes befanden sich noch im Zustand der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Um großzügige Museumsräume zu erhalten, wurden die Grundrisse im Vorderhaus verändert. Vereinsbüro, Bibliothek und eine Hausmeisterdienstwohnung fanden ebenfalls Platz. Die baulichen Veränderungen im Hinterhaus beschränkten sich weitgehend auf die Treppe und Durchgänge zum Vorderhaus. Der Innenhof erhielt seine noch heute erhaltene Gestaltung mit Spaliergitter, Sandsteinplattenbelag und einer Gartenanlage an Stelle der abgerissenen "Bierhalle". Am 10. Mai 1893 konnte das Haus im Rahmen des zweiten Kammermusikfestes feierlich eröffnet werden.

Abgesehen von ständigen Unterhaltungsarbeiten wurde eine erste umfangreiche Instandsetzung Mitte der 1930er Jahre notwendig, in die auch das benachbarte Haus "Im Mohren" mit dem Beethoven-Archiv einbezogen worden war. Die vergleichsweise geringen Kriegsschäden wurden Anfang der 50er Jahre behoben. Ende der 60er Jahre erfolgte die zweite, 1994-1996 die dritte grundlegende Restaurierung des Hauses. Heute erstreckt sich das Museum über beide Häuser.